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Emsella Stuhltherapie erklärt
Blasenschwäche und Beckenbodenbeschwerden gehören zu den Themen, über die kaum jemand gerne spricht. Dabei sind Millionen Menschen betroffen – Frauen nach Schwangerschaften, Männer nach Prostataoperationen oder ganz allgemein im fortgeschrittenen Alter. Lange Zeit blieb Betroffenen nur mühsames Beckenbodentraining oder der Weg zur Operation. Doch seit einigen Jahren gibt es eine innovative Alternative: die Emsella Stuhltherapie. Dieses schmerzfreie Verfahren verspricht spürbare Verbesserung bei Harninkontinenz, ohne dass Patienten sich ausziehen oder anstrengende Übungen durchführen müssen. Vollständig bekleidet auf einem speziellen Stuhl sitzend, werden durch elektromagnetische Technologie Tausende Beckenbodenkontraktionen ausgelöst – mehr, als man durch eigene Anstrengung jemals erreichen könnte.
Was ist der Emsella Stuhl?
Der Emsella Stuhl sieht auf den ersten Blick aus wie ein moderner Sessel und wurde speziell für die Behandlung von Beckenbodenschwäche entwickelt. Das Besondere an diesem medizinischen Gerät ist die integrierte hochintensive fokussierte elektromagnetische Technologie, kurz HIFEM. Diese Technologie erzeugt elektromagnetische Wellen, die tief in die Beckenbodenmuskulatur eindringen und dort supramaximale Muskelkontraktionen auslösen.
Was bedeutet das konkret? Während einer 28-minütigen Sitzung werden etwa 11.000 Kontraktionen der Beckenbodenmuskulatur ausgelöst. Zum Vergleich: Beim klassischen Beckenbodentraining schafft man vielleicht 100 bis 200 bewusste Anspannungen in einer halben Stunde – und das auch nur, wenn man die richtige Technik beherrscht und hochmotiviert ist. Der Emsella Stuhl übernimmt diese Arbeit vollautomatisch und erreicht dabei eine Intensität, die durch willentliche Muskelanspannung nicht möglich wäre.
Die Behandlung ist in Europa zugelassen und wird mittlerweile in spezialisierten Praxen angeboten. In München beispielsweise setzt die Praxis Dr. Dorigoni diese innovative Therapieform ein, um Patienten mit Blasenschwäche oder Beckenbodenproblemen zu helfen.
Wie funktioniert die Technologie?
Die elektromagnetischen Wellen des Emsella Stuhls wirken gezielt auf die Muskulatur des Beckenbodens. Sie durchdringen Haut und Gewebe, ohne diese zu schädigen, und erreichen sowohl die oberflächlichen als auch die tiefen Schichten der Beckenbodenmuskulatur. Die ausgelösten Kontraktionen sind deutlich stärker als alles, was man durch bewusstes Anspannen erreichen könnte.
Dieser intensive Reiz führt dazu, dass die Muskelfasern gestärkt und aufgebaut werden. Gleichzeitig wird die neuromuskuläre Kontrolle verbessert – die Nerven lernen sozusagen, die Muskulatur besser anzusteuern. Genau diese Kombination aus Muskelaufbau und verbesserter Kontrolle ist entscheidend für die Wirksamkeit bei Harninkontinenz.
Für wen eignet sich die Emsella Therapie?
Die Emsella Stuhltherapie wurde primär für die Behandlung von Harninkontinenz entwickelt, hat sich aber auch bei anderen Beckenbodenbeschwerden als hilfreich erwiesen. Die Hauptzielgruppen sind:
- Frauen mit Belastungsinkontinenz nach Schwangerschaft und Geburt
- Frauen in und nach den Wechseljahren mit Blasenschwäche
- Männer mit Inkontinenz nach Prostataoperationen
- Menschen mit beginnender Beckenbodenschwäche als Prävention
- Personen, die klassisches Beckenbodentraining nicht durchführen können oder wollen
Besonders hilfreich ist die Therapie für Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihren Beckenboden überhaupt bewusst wahrzunehmen. Viele Patienten wissen nicht genau, welche Muskeln sie anspannen sollen, oder spannen versehentlich die falschen Muskelgruppen an. Der Emsella Stuhl umgeht dieses Problem komplett.
Wann ist die Therapie nicht geeignet?
Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es auch beim Emsella Stuhl Kontraindikationen. Die Therapie darf nicht angewendet werden bei:
- Schwangerschaft
- Metallimplantaten im Beckenbereich
- Herzschrittmachern oder anderen elektronischen Implantaten
- Akuten Entzündungen oder Infektionen im Beckenbereich
- Bestimmten Herzerkrankungen
Eine gründliche Voruntersuchung durch den behandelnden Arzt klärt ab, ob die Therapie im individuellen Fall geeignet ist.
So läuft eine Behandlung ab
Der große Vorteil der Emsella Therapie ist ihre unkomplizierte Durchführung. Patienten müssen sich nicht ausziehen und auch keine unangenehmen Untersuchungen über sich ergehen lassen. Man setzt sich einfach vollständig bekleidet auf den Stuhl – am besten in bequemer Kleidung ohne Metallknöpfe oder Reißverschlüsse im Beckenbereich.
Die Intensität der elektromagnetischen Wellen wird individuell eingestellt und kann während der Behandlung angepasst werden. Zu Beginn startet man meist mit einer niedrigeren Stufe und steigert sich nach und nach. Die meisten Patienten beschreiben das Gefühl als angenehmes Kribbeln und ein rhythmisches Anspannen der Beckenbodenmuskulatur. Schmerzhaft ist die Behandlung nicht – manche empfinden sie sogar als entspannend.
Während der 28 Minuten kann man ein Buch lesen, Musik hören oder einfach die Augen schließen. Nach der Sitzung ist man sofort wieder voll einsatzfähig und kann seinen normalen Aktivitäten nachgehen. Manche Menschen spüren am nächsten Tag einen leichten Muskelkater im Beckenbodenbereich – ein Zeichen dafür, dass die Muskulatur tatsächlich trainiert wurde.
Wie viele Sitzungen sind nötig?
Ein typischer Behandlungszyklus umfasst sechs Sitzungen über einen Zeitraum von drei Wochen, also zweimal pro Woche. Manche Patienten berichten bereits nach den ersten zwei bis drei Sitzungen von spürbaren Verbesserungen, die volle Wirkung entfaltet sich jedoch meist erst nach Abschluss des kompletten Zyklus.
Je nach Schweregrad der Beschwerden und individuellem Ansprechen auf die Therapie können zusätzliche Auffrischungssitzungen sinnvoll sein. Manche Praxen empfehlen nach einigen Monaten eine weitere Serie, um den Effekt zu stabilisieren und weiter zu verbessern.
Was können Patienten erwarten?
Die Studienlage zur Emsella Therapie ist vielversprechend. Untersuchungen zeigen, dass etwa 75 Prozent der behandelten Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Symptome erleben. Bei rund 95 Prozent lässt sich zumindest eine gewisse Besserung feststellen. Diese Zahlen beziehen sich allerdings auf verschiedene Schweregrade von Inkontinenz – die Ergebnisse können also individuell stark variieren.
Realistische Erwartungen sind wichtig. Die Emsella Therapie ist kein Wundermittel, das von heute auf morgen alle Probleme löst. Sie ist vielmehr ein sehr effektives Werkzeug zur Stärkung der Beckenbodenmuskulatur. Bei leichter bis mittelschwerer Harninkontinenz sind die Erfolgsaussichten besonders gut. Manche Patienten werden komplett beschwerdefrei, andere erleben eine deutliche Reduktion der Symptome.
Wichtig zu verstehen ist auch, dass die Emsella Therapie den natürlichen Alterungsprozess nicht aufhält. Die Muskulatur kann sich im Laufe der Zeit wieder abschwächen, weshalb regelmäßige Auffrischungen oder ergänzendes Beckenbodentraining sinnvoll sein können.
Kombination mit anderen Therapien
Die Emsella Behandlung lässt sich gut mit anderen Therapieansätzen kombinieren. Viele Ärzte empfehlen, parallel auch selbstständig Beckenbodenübungen durchzuführen. Die verbesserte Wahrnehmung durch die Emsella Therapie erleichtert es oft, den Beckenboden gezielt anzusteuern und zu trainieren.
Auch Physiotherapie, Lebensstiländerungen oder in manchen Fällen medikamentöse Behandlungen können sinnvolle Ergänzungen sein. Ein ganzheitliches Behandlungskonzept, wie es etwa die Praxis Dr. Dorigoni in München verfolgt, berücksichtigt alle Aspekte und erstellt einen individuell abgestimmten Therapieplan.
Fazit: Eine echte Alternative für viele Betroffene
Die Emsella Stuhltherapie stellt einen bedeutenden Fortschritt in der Behandlung von Blasenschwäche und Beckenbodenproblemen dar. Sie bietet eine schmerzfreie, nicht-invasive Option für Menschen, die mit Harninkontinenz zu kämpfen haben. Besonders attraktiv ist die Methode für jene, die klassisches Beckenbodentraining als zu mühsam empfinden oder Schwierigkeiten haben, die richtigen Muskeln anzuspannen.
Die Erfolgsraten sind ermutigend, auch wenn individuelle Ergebnisse variieren können. Wer unter Blasenschwäche leidet und nach einer modernen Behandlungsmöglichkeit sucht, sollte die Emsella Therapie als Option in Betracht ziehen. Ein ausführliches Beratungsgespräch mit einem spezialisierten Arzt hilft dabei, herauszufinden, ob die Therapie im individuellen Fall geeignet ist und welche Erfolgsaussichten realistisch sind.



