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Therapie bei Mischinkontinenz
Mischinkontinenz ist eine besonders herausfordernde Form der Blasenschwäche, bei der zwei verschiedene Arten von Inkontinenz gleichzeitig auftreten: Belastungsinkontinenz und Dranginkontinenz. Betroffene verlieren nicht nur beim Husten, Niesen oder Lachen unkontrolliert Urin, sondern kämpfen zusätzlich mit plötzlichem, kaum beherrschbarem Harndrang. Diese Doppelbelastung schränkt die Lebensqualität besonders stark ein. Die Behandlung der Mischinkontinenz ist komplexer als bei den einzelnen Inkontinenzformen, denn beide Probleme müssen gleichzeitig angegangen werden. Doch es gibt wirksame Therapieansätze, die beiden Komponenten Rechnung tragen. Moderne Behandlungskonzepte kombinieren verschiedene Methoden und passen sich individuell an die jeweilige Ausprägung der Symptome an.
Was ist Mischinkontinenz genau?
Von Mischinkontinenz sprechen Mediziner, wenn sowohl Symptome der Belastungsinkontinenz als auch der Dranginkontinenz vorhanden sind. Diese Kombination ist häufiger als viele denken – etwa jede dritte Frau mit Inkontinenz leidet unter der Mischform.
Bei der Belastungsinkontinenz geht Urin ab, wenn der Druck im Bauchraum plötzlich steigt – beim Husten, Niesen, Lachen oder beim Sport. Ursache ist eine Schwäche des Beckenbodens und der Schließmuskeln.
Die Dranginkontinenz zeigt sich durch plötzlichen, imperativen Harndrang. Die Blase meldet sich so dringlich, dass Betroffene oft die Toilette nicht mehr rechtzeitig erreichen. Die Ursache liegt in einer überaktiven Blase, deren Muskulatur sich zusammenzieht, obwohl die Blase noch gar nicht voll ist.
Bei der Mischinkontinenz treten beide Probleme auf. Manchmal ist eine Komponente stärker ausgeprägt als die andere, manchmal sind beide gleich stark. Diese individuelle Ausprägung ist wichtig für die Wahl der richtigen Therapie.
Ursachen der Mischinkontinenz
Die Mischinkontinenz entwickelt sich meist nicht von heute auf morgen, sondern über Jahre hinweg. Oft beginnt es mit einer der beiden Formen, und im Laufe der Zeit kommt die andere hinzu.
Beckenbodenschwäche als Grundlage
Häufig liegt eine Beckenbodenschwäche zugrunde, die zunächst zur Belastungsinkontinenz führt. Wenn der geschwächte Beckenboden die Blase nicht mehr ausreichend stützt, kann diese absinken und die Harnröhre in einen ungünstigen Winkel ziehen. Diese Veränderung kann wiederum die Blasenmuskulatur reizen und zu Drangsymptomen führen.
Altersbedingte Veränderungen
Mit zunehmendem Alter nimmt die Häufigkeit der Mischinkontinenz zu. Die Muskulatur wird schwächer, die Nervensteuerung weniger präzise, und hormonelle Veränderungen in den Wechseljahren tun ihr Übriges. Bei vielen Frauen kommen mehrere Faktoren zusammen: Frühere Geburten haben den Beckenboden geschwächt, der natürliche Alterungsprozess verstärkt das Problem, und neurologische Veränderungen führen zu einer überaktiven Blase.
Übergewicht, chronischer Husten und schwere körperliche Arbeit können zur Entwicklung einer Mischinkontinenz beitragen. Auch bestimmte Medikamente oder neurologische Erkrankungen spielen manchmal eine Rolle.
Diagnostik: Welche Form überwiegt?
Für eine erfolgreiche Behandlung ist es wichtig zu wissen, welche Komponente der Mischinkontinenz stärker ausgeprägt ist. Denn die Therapie richtet sich nach der dominierenden Form.
Der Arzt wird detailliert nachfragen: In welchen Situationen geht Urin verloren? Wie häufig besteht Harndrang? Wie schnell muss man zur Toilette? Ein Miktionstagebuch, in dem über einige Tage Trinkmengen, Toilettengänge und Inkontinenzepisoden notiert werden, liefert wertvolle Informationen.
Körperliche Untersuchungen, eventuell ein Ultraschall und manchmal auch eine urodynamische Messung helfen, die genauen Ursachen zu identifizieren.
Spezialisierte Praxen wie die Praxis Dr. Dorigoni in München führen eine umfassende Diagnostik durch, um einen individuellen Behandlungsplan zu erstellen, der beiden Aspekten der Mischinkontinenz gerecht wird.
Behandlungsansätze bei Mischinkontinenz
Die Therapie der Mischinkontinenz ist anspruchsvoller als bei den einzelnen Inkontinenzformen. Es gibt verschiedene Ansätze, die oft kombiniert werden müssen.
Konservative Basistherapie
An erster Stelle steht immer die konservative Therapie. Diese umfasst mehrere Komponenten:
Beckenbodentraining: Gezieltes Training stärkt die Beckenbodenmuskulatur und verbessert die Kontrolle über die Blase. Bei Mischinkontinenz ist dieses Training besonders wichtig, da es beiden Komponenten hilft. Ein starker Beckenboden reduziert die Belastungsinkontinenz und unterstützt die bewusste Unterdrückung des Harndrangs.
Blasentraining: Parallel zum Beckenbodentraining ist Blasentraining sinnvoll. Dabei lernt man, die Intervalle zwischen den Toilettengängen schrittweise zu verlängern und den Drang eine Weile auszuhalten. Das Training der Blase hilft besonders gegen die Drangkomponente.
Lebensstilanpassungen: Gewichtsreduktion bei Übergewicht, Vermeidung von blasenreizenden Getränken wie Koffein und Alkohol, ausreichend Flüssigkeit über den Tag verteilt und Regulierung der Stuhlkonsistenz sind wichtige Begleitmaßnahmen.
Moderne Therapiemethoden
Für viele Patienten mit Mischinkontinenz ist der Emsella Stuhl eine besonders geeignete Therapieoption. Die elektromagnetische Muskelstimulation trainiert intensiv die Beckenbodenmuskulatur und verbessert gleichzeitig die neuromuskuläre Kontrolle. Das hilft bei beiden Komponenten der Mischinkontinenz.
Während einer 28-minütigen Sitzung werden etwa 11.000 Beckenbodenkontraktionen ausgelöst. Diese intensive Stimulation stärkt nicht nur die Muskulatur, sondern verbessert auch die Wahrnehmung und Kontrolle. Viele Patienten berichten, dass sich sowohl die Belastungs- als auch die Drangkomponente bessert.
Ein typischer Behandlungszyklus umfasst sechs Sitzungen über drei Wochen. Die Praxis Dr. Dorigoni in München bietet diese Therapie an und kombiniert sie je nach Bedarf mit anderen Behandlungsansätzen.
Medikamentöse Behandlung
Wenn die Drangkomponente besonders stark ausgeprägt ist, können Medikamente hilfreich sein. Anticholinergika oder Beta-3-Adrenozeptor-Agonisten dämpfen die überaktive Blase und reduzieren den Harndrang. Diese Medikamente behandeln allerdings nur die Dranginkontinenz, nicht die Belastungskomponente.
Deshalb werden sie meist mit anderen Therapien kombiniert – etwa mit Beckenbodentraining oder Emsella-Behandlung, die die Belastungsinkontinenz adressieren.
Stufenweise Therapie
Bei Mischinkontinenz empfiehlt sich oft ein stufenweises Vorgehen:
- Stufe: Konservative Therapie mit Beckenbodentraining, Blasentraining und Lebensstilanpassungen
- Stufe: Ergänzung durch moderne Methoden wie Emsella oder medikamentöse Therapie
- Stufe: Bei unzureichendem Erfolg: speziellere Verfahren oder operative Optionen
Wichtig ist, der Therapie Zeit zu geben. Verbesserungen zeigen sich oft erst nach mehreren Wochen oder Monaten.
Welche Komponente zuerst behandeln?
Eine häufige Frage ist, ob man beide Komponenten gleichzeitig behandeln soll oder eine nach der anderen. Die Antwort hängt von der individuellen Situation ab.
Oft konzentriert man sich zunächst auf die stärker ausgeprägte Komponente. Wenn die Belastungsinkontinenz überwiegt, steht das Beckenbodentraining im Vordergrund. Dominiert die Dranginkontinenz, sind Blasentraining und eventuell Medikamente wichtiger.
Interessanterweise verbessert sich manchmal auch die andere Komponente automatisch mit. Ein gestärkter Beckenboden hilft oft auch gegen Drangsymptome, und eine ruhigere Blase reduziert manchmal auch den Urinverlust bei Belastung.
Realistische Erwartungen
Bei Mischinkontinenz sind die Erfolgsaussichten oft etwas zurückhaltender als bei den einzelnen Inkontinenzformen. Eine vollständige Heilung gelingt nicht immer, aber eine deutliche Verbesserung ist in den meisten Fällen möglich.
Wichtig sind Geduld und Konsequenz. Die Behandlung erfordert Zeit und manchmal auch mehrere Anläufe mit verschiedenen Therapiekombinationen. Mit professioneller Begleitung und den richtigen Methoden können die meisten Patienten ihre Lebensqualität deutlich zurückgewinnen.
Mischinkontinenz ist herausfordernd, aber nicht hoffnungslos. Mit modernen Therapieansätzen lassen sich oft gute Ergebnisse erzielen. Der erste Schritt ist, das Problem anzusprechen und professionelle Hilfe zu suchen.



