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Nicht-invasive Inkontinenzbehandlung
Wer unter Inkontinenz leidet, hat oft Angst vor der Behandlung – besonders vor operativen Eingriffen. Die Vorstellung, sich unters Messer legen zu müssen, schreckt viele Menschen ab und führt dazu, dass sie lieber mit dem Problem leben, als sich behandeln zu lassen. Doch diese Angst ist in vielen Fällen unbegründet. Die moderne Medizin bietet heute zahlreiche nicht-invasive Behandlungsmöglichkeiten für Harninkontinenz, die ohne Operation, ohne Schnitte und ohne Krankenhausaufenthalt auskommen. „Nicht-invasiv“ bedeutet, dass nicht in den Körper eingegriffen wird – keine Operationen, keine Implantate, keine dauerhaften Veränderungen. Diese Methoden sind risikoarm, schmerzfrei oder nur mit minimalen Beschwerden verbunden und ermöglichen einen normalen Alltag ohne Ausfallzeiten. Von klassischem Beckenbodentraining über moderne elektromagnetische Stimulation bis hin zu medikamentösen Therapien – die Bandbreite nicht-invasiver Behandlungen ist groß.
Warum nicht-invasive Behandlung oft die erste Wahl ist
Bei den meisten Formen von Inkontinenz empfehlen Ärzte zunächst nicht-invasive Therapien. Diese Methoden haben praktisch keine Risiken, verursachen keine Komplikationen und lassen alle Optionen offen. Wenn eine konservative Behandlung nicht ausreichend hilft, kann man immer noch zu invasiveren Verfahren greifen.
Besonders bei leichter bis mittelschwerer Inkontinenz sind die Erfolgsraten nicht-invasiver Methoden beeindruckend. Studien zeigen, dass etwa 70 Prozent der Frauen mit Belastungsinkontinenz durch gezieltes Beckenbodentraining eine deutliche Besserung erreichen. Auch bei Dranginkontinenz helfen Blasentraining und Medikamente vielen Betroffenen.
Beckenbodentraining – die Basis jeder Therapie
Das gezielte Training der Beckenbodenmuskulatur ist die wichtigste nicht-invasive Behandlungsmethode bei Inkontinenz. Der Beckenboden ist eine Muskelgruppe wie jede andere – und Muskeln können trainiert werden.
Wie funktioniert Beckenbodentraining?
Bei Belastungsinkontinenz ist meist eine Schwäche des Beckenbodens die Ursache. Die Muskulatur kann dem Druckanstieg beim Husten oder Niesen nicht mehr standhalten. Gezieltes Training stärkt diese Muskeln und verbessert ihre Funktion.
Das Problem: Viele Menschen können ihren Beckenboden nicht bewusst wahrnehmen. Deshalb ist professionelle Anleitung wichtig. Physiotherapeuten, die auf Beckenbodentraining spezialisiert sind, zeigen die richtigen Techniken und kontrollieren die Ausführung.
Die Übungen selbst sind nicht kompliziert und lassen sich gut in den Alltag integrieren. Wichtig ist die Regelmäßigkeit – idealerweise sollte täglich trainiert werden. Erste Erfolge zeigen sich meist nach vier bis sechs Wochen.
Biofeedback und Elektrostimulation
Wenn klassisches Training schwerfällt, können technische Hilfsmittel unterstützen. Biofeedback-Geräte messen die Muskelaktivität und geben sofort Rückmeldung, ob man die richtigen Muskeln anspannt.
Elektrostimulationsgeräte senden über eine kleine Sonde elektrische Impulse, die die Beckenbodenmuskulatur passiv zum Zusammenziehen bringen. Diese Methode ist nicht-invasiv, da keine dauerhaften Veränderungen im Körper vorgenommen werden.
Moderne elektromagnetische Stimulation
Eine der innovativsten nicht-invasiven Behandlungsmethoden ist die Therapie mit dem Emsella Stuhl. Diese Methode ist besonders komfortabel, da man vollständig bekleidet bleibt und nichts eingeführt werden muss.
Wie funktioniert der Emsella Stuhl?
Der Emsella Stuhl nutzt hochintensive fokussierte elektromagnetische Technologie (HIFEM). Man sitzt einfach auf dem Stuhl, der elektromagnetische Wellen aussendet. Diese Wellen durchdringen Haut und Gewebe und erreichen die Beckenbodenmuskulatur in der Tiefe.
Die Wellen lösen supramaximale Muskelkontraktionen aus – also Kontraktionen, die stärker sind als alles, was man durch willentliche Anspannung erreichen könnte. Während einer 28-minütigen Sitzung werden etwa 11.000 Kontraktionen ausgelöst.
Die Behandlung ist schmerzfrei und angenehm. Man spürt ein rhythmisches Kribbeln und Anspannen der Muskulatur, kann währenddessen aber lesen, Musik hören oder sich einfach entspannen.
Für wen eignet sich die Methode?
Der Emsella Stuhl ist besonders geeignet für Menschen, die:
- Schwierigkeiten haben, ihren Beckenboden bewusst anzusteuern
- Wenig Zeit für regelmäßiges Training haben
- Eine komfortable Alternative zu klassischem Training suchen
- Nach der Geburt ihren Beckenboden stärken möchten
- Im Alter unter Blasenschwäche leiden
Ein typischer Behandlungszyklus umfasst sechs Sitzungen über drei Wochen. Die Praxis Dr. Dorigoni in München bietet diese moderne Therapieform an und hat damit gute Erfahrungen bei verschiedenen Formen von Inkontinenz gemacht.
Blasentraining bei Dranginkontinenz
Während Beckenbodentraining vor allem bei Belastungsinkontinenz hilft, ist Blasentraining die wichtigste nicht-invasive Methode bei Dranginkontinenz.
Bei Dranginkontinenz hat sich die Blase eine Art „schlechte Angewohnheit“ antrainiert – sie meldet sich zu früh und zu dringlich. Blasentraining zielt darauf ab, diese Gewohnheit zu ändern.
Statt bei jedem kleinsten Drang sofort zur Toilette zu gehen, lernt man, den Drang eine Weile auszuhalten und die Intervalle zwischen den Toilettengängen schrittweise zu verlängern. Zu Beginn hält man den Drang vielleicht nur fünf Minuten aus, mit der Zeit werden es zehn, dann fünfzehn Minuten. Ziel ist es, wieder normale Intervalle von drei bis vier Stunden zu erreichen.
Ablenkungstechniken wie tiefes Atmen oder bewusstes Anspannen des Beckenbodens können helfen, den Drang zu unterdrücken. Das Training erfordert Geduld und Konsequenz, zeigt aber bei vielen Patienten gute Erfolge.
Medikamentöse Therapie
Bei Dranginkontinenz können Medikamente eine wirksame nicht-invasive Behandlungsoption sein. Die am häufigsten eingesetzten Wirkstoffe sind Anticholinergika und Beta-3-Adrenozeptor-Agonisten.
Diese Medikamente dämpfen die überaktive Blasenmuskulatur und reduzieren den Harndrang. Die Blase kann mehr Urin speichern, und die Dringlichkeit nimmt ab. Die Medikamente sind meist gut wirksam, können aber Nebenwirkungen haben wie Mundtrockenheit oder Verstopfung.
Wichtig ist, die Medikamente regelmäßig einzunehmen und der Therapie Zeit zu geben. Oft dauert es einige Wochen, bis die volle Wirkung eintritt. Die medikamentöse Therapie lässt sich gut mit anderen nicht-invasiven Methoden kombinieren.
Lebensstil-Anpassungen als Begleittherapie
Neben den eigentlichen Behandlungsmethoden können verschiedene Lebensstil-Anpassungen die Inkontinenz verbessern:
- Gewichtsreduktion: Jedes Kilo weniger entlastet den Beckenboden
- Richtiges Trinkverhalten: Ausreichend, aber nicht übermäßig trinken
- Vermeidung von Reizstoffen: Koffein, Alkohol und scharfe Gewürze können die Blase reizen
- Behandlung von Verstopfung: Chronisches Pressen schwächt den Beckenboden
- Rauchstopp: Chronischer Husten belastet den Beckenboden
Diese Maßnahmen allein heilen meist keine Inkontinenz, unterstützen aber andere Therapien und können die Symptome lindern.
Kombination verschiedener Methoden
Oft bringt die Kombination verschiedener nicht-invasiver Methoden die besten Ergebnisse. Beckenbodentraining kann mit elektromagnetischer Stimulation kombiniert werden. Blasentraining lässt sich mit Medikamenten unterstützen. Und alle Methoden profitieren von begleitenden Lebensstil-Anpassungen.
Spezialisierte Praxen erstellen individuelle Behandlungspläne, die verschiedene Ansätze sinnvoll miteinander verbinden. Die Praxis Dr. Dorigoni in München etwa bietet ein umfassendes Spektrum nicht-invasiver Therapien und passt die Behandlung an die persönliche Situation jedes Patienten an.
Nicht-invasive Inkontinenzbehandlung bietet wirksame, risikoarme Optionen für viele Betroffene. Von klassischem Training über moderne Technologien bis hin zu Medikamenten – die Möglichkeiten sind vielfältig. Mit professioneller Begleitung finden sich für fast jeden Fall passende Behandlungsansätze, die ohne Operation zu deutlicher Verbesserung führen können.



