Blasenschwäche behandeln lassen

Blasenschwäche ist ein Thema, über das viele Menschen nicht gerne sprechen – dabei betrifft es Millionen. Etwa jede dritte Frau und jeder zehnte Mann leiden im Laufe ihres Lebens unter Harninkontinenz. Trotzdem zögern Betroffene oft jahrelang, bevor sie sich professionelle Hilfe holen. Aus Scham, aus Unwissenheit oder weil sie denken, das gehöre eben zum Älterwerden dazu. Doch das muss nicht sein. Die moderne Medizin bietet heute zahlreiche wirksame Behandlungsmöglichkeiten, die individuell auf die jeweilige Form und Ursache der Blasenschwäche abgestimmt werden können. Von konservativen Therapien über Physiotherapie bis hin zu innovativen medizinischen Verfahren – für nahezu jeden Fall gibt es passende Lösungen. Der erste Schritt ist dabei der wichtigste: offen über das Problem sprechen und sich kompetente Unterstützung suchen.

Was genau versteht man unter Blasenschwäche?

Von Blasenschwäche oder Harninkontinenz sprechen Mediziner, wenn unwillkürlich Urin verloren geht. Das kann von wenigen Tropfen bis zu größeren Mengen reichen. Für Betroffene bedeutet das oft eine erhebliche Einschränkung der Lebensqualität. Der spontane Besuch bei Freunden, Sport im Verein oder eine längere Autofahrt werden zur Herausforderung, wenn man ständig eine Toilette in der Nähe braucht oder Angst vor peinlichen Situationen hat.

Wichtig zu wissen ist: Blasenschwäche ist keine eigenständige Krankheit, sondern ein Symptom mit verschiedenen möglichen Ursachen. Und sie ist in den allermeisten Fällen behandelbar. Wer etwa in München nach kompetenter Hilfe sucht, findet mit der Praxis Dr. Dorigoni spezialisierte Ansprechpartner, die sich genau mit dieser Problematik auskennen.

Die verschiedenen Formen der Inkontinenz

Es gibt unterschiedliche Arten von Harninkontinenz, die jeweils andere Ursachen haben und entsprechend unterschiedlich behandelt werden müssen. Die häufigste Form ist die Belastungsinkontinenz, auch Stressinkontinenz genannt. Dabei geht beim Husten, Niesen, Lachen oder beim Heben schwerer Gegenstände unkontrolliert Urin ab. Ursache ist meist eine Schwäche des Beckenbodens, etwa nach Schwangerschaften oder durch altersbedingte Veränderungen.

Bei der Dranginkontinenz verspüren Betroffene einen plötzlichen, kaum kontrollierbaren Harndrang. Die Blase meldet sich, obwohl sie noch gar nicht voll ist. Häufig schaffen es Betroffene nicht mehr rechtzeitig zur Toilette. Diese Form hängt oft mit einer überaktiven Blase zusammen.

Daneben gibt es die Mischinkontinenz, bei der beide Formen kombiniert auftreten, sowie seltenere Formen wie die Überlaufinkontinenz. Eine genaue Diagnose durch einen Facharzt ist deshalb der erste Schritt zu einer erfolgreichen Behandlung.

Erste Schritte: Diagnose und Ursachenforschung

Bevor eine Behandlung beginnen kann, muss geklärt werden, welche Form der Blasenschwäche vorliegt und was die Ursachen sind. Der erste Ansprechpartner ist meist der Hausarzt, der dann gegebenenfalls an einen Urologen oder Gynäkologen überweist. Manche Betroffene wenden sich auch direkt an spezialisierte Praxen, die sich auf Beckenbodenbeschwerden konzentrieren.

Die Diagnose beginnt mit einem ausführlichen Gespräch. Der Arzt möchte wissen, wann und in welchen Situationen Urin verloren geht, wie lange das Problem schon besteht und ob weitere Beschwerden vorliegen. Hilfreich ist es, vorab ein Miktionstagebuch zu führen – also über einige Tage zu notieren, wann und wie viel man trinkt und wie oft man zur Toilette geht.

Nach dem Gespräch folgen verschiedene Untersuchungen. Eine Urinprobe schließt etwa eine Blasenentzündung als Ursache aus. Eine körperliche Untersuchung gibt Aufschluss über den Zustand des Beckenbodens. Manchmal werden auch speziellere Tests durchgeführt, etwa eine Ultraschalluntersuchung, bei der die Blasenfunktion genau analysiert wird.

Konservative Behandlungsmethoden als erste Wahl

In vielen Fällen lässt sich Blasenschwäche bereits mit konservativen, also nicht-operativen Methoden deutlich verbessern oder sogar ganz beheben. Diese Ansätze haben den Vorteil, dass sie ohne Risiken und Nebenwirkungen auskommen und den Körper nicht belasten.

Beckenbodentraining – das Fundament der Therapie

Der Beckenboden ist eine Muskelgruppe, die wie jeder andere Muskel trainiert werden kann. Ein gezieltes Beckenbodentraining gilt als Goldstandard bei Belastungsinkontinenz und zeigt bei vielen Betroffenen sehr gute Erfolge. Das Problem: Die meisten Menschen können ihren Beckenboden gar nicht richtig wahrnehmen und wissen nicht, wie sie ihn anspannen sollen.

Hier kommt die Physiotherapie ins Spiel. Spezialisierte Therapeuten helfen dabei, die richtige Wahrnehmung zu entwickeln, und zeigen effektive Übungen. Diese sollten dann konsequent zu Hause weitergeführt werden. Studien zeigen, dass sich bei etwa 70 Prozent der Frauen mit Belastungsinkontinenz durch regelmäßiges Beckenbodentraining eine deutliche Besserung einstellt.

Die Übungen lassen sich problemlos in den Alltag integrieren – beim Zähneputzen, an der roten Ampel oder abends vor dem Fernseher. Wichtig ist die Regelmäßigkeit. Erste Erfolge zeigen sich meist nach einigen Wochen, die volle Wirkung entfaltet sich über mehrere Monate.

Innovative Therapie mit dem Emsellam Stuhl

Eine relativ neue Möglichkeit ist die Behandlung mit dem Emsella Stuhl. Dabei sitzt man vollständig bekleidet auf einem speziellen Stuhl, der mit elektromagnetischen Wellen arbeitet. Diese Wellen lösen Tausende Kontraktionen der Beckenbodenmuskulatur aus – weit mehr, als man durch willentliches Anspannen erreichen könnte.

Eine Behandlungssitzung dauert etwa 28 Minuten und ist vollkommen schmerzfrei. Viele Patienten berichten von einem angenehmen Kribbeln. In der Regel werden mehrere Sitzungen über einige Wochen verteilt empfohlen. Der Emsella Stuhl eignet sich besonders für Menschen, die Schwierigkeiten haben, ihren Beckenboden bewusst anzusteuern, oder die klassisches Training als mühsam empfinden. Auch als Ergänzung zur Physiotherapie kann das Verfahren sinnvoll sein.

Weitere konservative Ansätze

Neben dem Beckenbodentraining gibt es weitere nicht-invasive Behandlungsmöglichkeiten:

  • Blasentraining zur Verlängerung der Intervalle zwischen den Toilettengängen bei Dranginkontinenz
  • Medikamentöse Therapie, etwa mit Anticholinergika bei überaktiver Blase
  • Gewichtsreduktion bei Übergewicht, da jedes Kilo weniger den Beckenboden entlastet
  • Anpassung der Trinkgewohnheiten und Ernährung

Oft werden mehrere dieser Ansätze kombiniert, um den bestmöglichen Effekt zu erzielen. Gerade spezialisierte Praxen wie die Praxis Dr. Dorigoni in München bieten ein umfassendes Behandlungskonzept, das verschiedene Therapieformen sinnvoll miteinander verbindet.

Wenn konservative Methoden nicht ausreichen

Manchmal reichen Beckenbodentraining und andere konservative Maßnahmen nicht aus, oder die Ursache der Blasenschwäche lässt sich nur operativ beheben. Das ist kein Grund zur Sorge – die moderne Chirurgie bietet heute schonende Verfahren mit guten Erfolgsaussichten.

Bei Belastungsinkontinenz kommt häufig die sogenannte TVT-Operation zum Einsatz. Dabei wird ein kleines Band unter die Harnröhre gelegt, das diese stützt und stabilisiert. Der Eingriff dauert nur etwa 20 Minuten und kann oft ambulant durchgeführt werden. Die Erfolgsquote liegt bei über 80 Prozent.

Für andere Formen der Inkontinenz stehen weitere Operationsmöglichkeiten zur Verfügung, etwa die Unterspritzung der Harnröhre oder die Implantation eines künstlichen Schließmuskels bei schweren Fällen. Welche Methode im Einzelfall sinnvoll ist, hängt von vielen Faktoren ab und sollte ausführlich mit dem behandelnden Arzt besprochen werden.

Der Weg zurück zur Lebensqualität

Blasenschwäche ist behandelbar – diese Botschaft ist wichtig. Niemand muss sich mit unwillkürlichem Urinverlust abfinden oder sein Leben danach ausrichten. Die Bandbreite der Behandlungsmöglichkeiten ist groß und für fast jeden Fall gibt es passende Lösungen.

Der entscheidende Schritt ist, das Schweigen zu brechen und professionelle Hilfe zu suchen. Ärzte, Physiotherapeuten und andere Fachleute sind mit dem Thema bestens vertraut und behandeln täglich Menschen mit Inkontinenz. Was vielen Betroffenen zunächst peinlich erscheint, ist für die Fachleute Routine.

Mit der richtigen Behandlung können die meisten Menschen ihre Beschwerden deutlich verbessern oder sogar ganz loswerden. Der Weg mag einige Wochen oder Monate dauern und erfordert etwas Geduld und Konsequenz – aber die wiedergewonnene Lebensqualität und Freiheit sind es allemal wert.