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Elektromagnetische Muskelstimulation
Muskeln trainieren, ohne sich dabei anzustrengen – was nach einem unrealistischen Traum klingt, ist durch elektromagnetische Muskelstimulation tatsächlich möglich geworden. Diese Technologie nutzt elektromagnetische Wellen, um Muskelkontraktionen auszulösen, die deutlich intensiver sind als alles, was durch willentliche Anspannung erreicht werden kann. Ursprünglich aus der Sportmedizin und Rehabilitation bekannt, hat die elektromagnetische Stimulation in den letzten Jahren auch in anderen medizinischen Bereichen Einzug gehalten. Besonders bei der Behandlung von Beckenbodenschwäche und Inkontinenz zeigt die Methode beeindruckende Erfolge. Geräte wie der Emsella Stuhl machen sich diese Technologie zunutze, um Patienten eine effektive Therapie ohne Operation oder anstrengende Übungen zu ermöglichen.
Die Grundlagen der elektromagnetischen Stimulation
Elektromagnetische Muskelstimulation basiert auf einem physikalischen Prinzip: Elektromagnetische Wellen erzeugen im Körpergewebe elektrische Ströme, die wiederum Muskelkontraktionen auslösen. Anders als bei der klassischen Elektrostimulation mit Elektroden auf der Haut durchdringen die elektromagnetischen Wellen das Gewebe vollständig und erreichen auch tiefliegende Muskelschichten.
Das Besondere an dieser Technologie ist ihre Intensität. Die ausgelösten Kontraktionen sind supramaximal – das bedeutet, sie übertreffen die maximale Kraft, die man durch willentliche Anspannung erreichen kann. Der Grund: Bei bewusster Muskelanspannung aktivieren wir nie alle Muskelfasern gleichzeitig. Das Nervensystem hält immer einen Teil in Reserve. Die elektromagnetischen Wellen umgehen diesen Schutzmechanismus und aktivieren nahezu alle Muskelfasern gleichzeitig.
Die Technologie wird als HIFEM bezeichnet – hochintensive fokussierte elektromagnetische Technologie. Sie kann gezielt auf bestimmte Körperregionen ausgerichtet werden und trainiert die Muskulatur dort besonders effektiv.
Anwendungsbereiche in der Medizin
Elektromagnetische Muskelstimulation findet in verschiedenen medizinischen Bereichen Anwendung. Die bekannteste und am besten erforschte Anwendung ist die Behandlung von Beckenbodenschwäche und damit verbundener Harn- oder Stuhlinkontinenz.
Behandlung von Inkontinenz
Der Beckenboden ist eine komplexe Muskelgruppe, die viele Menschen nicht bewusst wahrnehmen oder ansteuern können. Klassisches Beckenbodentraining setzt genau diese Wahrnehmung voraus – wer die Muskeln nicht spürt, kann sie auch nicht gezielt trainieren. Hier setzt die elektromagnetische Stimulation an.
Beim Emsella Stuhl sitzt der Patient vollständig bekleidet auf einem speziellen Stuhl. Während einer 28-minütigen Sitzung werden durch die elektromagnetischen Wellen etwa 11.000 Beckenbodenkontraktionen ausgelöst. Zum Vergleich: Beim klassischen Training schafft man vielleicht 100 bis 200 Kontraktionen in einer halben Stunde.
Die intensive Stimulation führt zu einem Muskelaufbau und gleichzeitig zu einer verbesserten neuromuskulären Kontrolle. Die Nerven lernen, die Muskulatur besser anzusteuern, was die willentliche Kontrolle über Blase und Darm verbessert. Studien zeigen, dass etwa 75 Prozent der behandelten Patienten eine deutliche Verbesserung ihrer Inkontinenzsymptome erleben.
In München bietet beispielsweise die Praxis Dr. Dorigoni diese Therapieform an und hat damit gute Erfahrungen bei Patienten mit Blasenschwäche gemacht.
Weitere medizinische Anwendungen
Neben der Inkontinenzbehandlung wird elektromagnetische Stimulation auch in der Rehabilitation nach Verletzungen oder Operationen eingesetzt. Bei chronischen Rückenschmerzen, die oft mit einer schwachen Rumpfmuskulatur zusammenhängen, kann gezielte Stimulation der tiefen Bauch- und Rückenmuskulatur hilfreich sein.
Ablauf einer Behandlung
Eine Behandlung mit elektromagnetischer Muskelstimulation ist unkompliziert und angenehm. Der Patient muss sich nicht ausziehen und es werden auch keine unangenehmen Sonden oder Elektroden eingeführt. Beim Emsella Stuhl setzt man sich einfach in bequemer Kleidung auf den Stuhl.
Zu Beginn wird die Intensität eingestellt. Die meisten Geräte bieten verschiedene Stufen, die individuell angepasst werden können. In den ersten Sitzungen startet man meist mit einer niedrigeren Intensität und steigert sich nach und nach. Die Behandlung selbst ist schmerzfrei. Die meisten Patienten beschreiben das Gefühl als angenehmes Kribbeln und ein rhythmisches Anspannen der Muskulatur.
Während der etwa 28 Minuten kann man lesen, Musik hören oder einfach entspannen. Nach der Sitzung kann man sofort wieder allen normalen Aktivitäten nachgehen. Manche Menschen spüren am nächsten Tag einen leichten Muskelkater im behandelten Bereich – ein Zeichen dafür, dass die Muskulatur tatsächlich gearbeitet hat.
Behandlungsplan und Häufigkeit
Ein typischer Behandlungszyklus umfasst sechs Sitzungen über einen Zeitraum von drei Wochen, also zweimal pro Woche. Manche Patienten berichten bereits nach den ersten zwei bis drei Sitzungen von spürbaren Verbesserungen, die volle Wirkung entfaltet sich jedoch meist erst nach Abschluss des kompletten Zyklus.
Je nach Schweregrad der Beschwerden können Auffrischungssitzungen sinnvoll sein. Nach einigen Monaten empfehlen manche Ärzte eine weitere Serie, um den Effekt zu stabilisieren.
Für wen ist die Methode geeignet?
Elektromagnetische Muskelstimulation ist besonders geeignet für:
- Menschen mit Harninkontinenz oder Blasenschwäche
- Personen, die Schwierigkeiten haben, ihren Beckenboden bewusst anzusteuern
- Patienten, die klassisches Beckenbodentraining als zu mühsam empfinden
- Menschen nach Geburten mit geschwächtem Beckenboden
- Männer nach Prostataoperationen
- Ältere Menschen mit beginnender Beckenbodenschwäche
Wichtig ist zu verstehen, dass die Methode das klassische Training nicht zwingend ersetzt, sondern oft sinnvoll ergänzt. Die elektromagnetische Stimulation baut die Muskulatur auf, während bewusstes Training die Kontrolle im Alltag verbessert.
Wann ist die Methode nicht geeignet?
Wie bei jeder medizinischen Behandlung gibt es auch hier Kontraindikationen. Die elektromagnetische Stimulation darf nicht angewendet werden bei:
- Schwangerschaft
- Herzschrittmachern oder anderen elektronischen Implantaten
- Metallimplantaten im Behandlungsbereich
- Akuten Entzündungen oder Infektionen
- Bestimmten Herzerkrankungen
Eine gründliche ärztliche Untersuchung vor Behandlungsbeginn klärt ab, ob die Therapie im individuellen Fall geeignet und sicher ist.
Vorteile und Grenzen der Technologie
Die elektromagnetische Muskelstimulation bietet mehrere Vorteile gegenüber klassischen Trainingsmethoden. Sie ist nicht-invasiv, schmerzfrei und erfordert keine Anstrengung vom Patienten. Die Intensität der Muskelstimulation übertrifft alles, was durch eigene Anstrengung erreicht werden kann. Für Menschen mit eingeschränkter Mobilität oder nach Operationen ist die Methode oft die einzige Möglichkeit, die Muskulatur effektiv zu trainieren.
Dennoch hat die Technologie auch Grenzen. Sie trainiert zwar die Muskulatur intensiv, ersetzt aber nicht die bewusste Kontrolle, die im Alltag wichtig ist. Die Kombination aus elektromagnetischer Stimulation und bewusstem Training bringt oft die besten Ergebnisse.
Auch die Kosten sind ein Faktor. Die Behandlung wird nicht immer von den Krankenkassen übernommen und muss dann privat bezahlt werden. Spezialisierte Praxen wie die Praxis Dr. Dorigoni in München beraten jedoch individuell zu den Möglichkeiten und erstellen Behandlungskonzepte, die zur persönlichen Situation passen.
Wissenschaftliche Grundlage
Die Wirksamkeit elektromagnetischer Muskelstimulation bei Inkontinenz ist gut durch Studien belegt. Verschiedene Untersuchungen zeigen Erfolgsraten von 70 bis 80 Prozent bei der Verbesserung von Inkontinenzsymptomen. Die Methode ist in Europa und den USA zugelassen und wird von medizinischen Fachgesellschaften als wirksame Behandlungsoption anerkannt.
Elektromagnetische Muskelstimulation ist eine moderne, wirksame Methode zur Behandlung von Beckenbodenschwäche und Inkontinenz. Sie bietet eine nicht-invasive Alternative oder Ergänzung zu klassischen Therapien und ermöglicht effektives Muskeltraining ohne Anstrengung. Für viele Betroffene bedeutet das einen deutlichen Gewinn an Lebensqualität und die Chance, wieder mehr Kontrolle über den eigenen Körper zu gewinnen.



