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Belastungsinkontinenz nach OP
Eine Operation ist oft medizinisch notwendig und kann Leben retten – doch manchmal bringt sie unerwünschte Folgen mit sich. Belastungsinkontinenz nach einer Operation gehört zu den häufigsten und belastendsten Komplikationen, besonders nach Eingriffen im Beckenbereich. Betroffen sind vor allem Männer nach Prostata-Operationen und Frauen nach gynäkologischen Eingriffen oder Blasenoperationen. Plötzlich geht beim Husten, Niesen, Lachen oder bei körperlicher Anstrengung unwillkürlich Urin ab – eine Situation, die das Leben stark einschränkt und psychisch belastet. Die gute Nachricht: Postoperative Blasenschwäche ist in den meisten Fällen behandelbar. Mit gezielten Therapien lässt sich die Beckenbodenmuskulatur wieder stärken und die Kontrolle über die Blase zurückgewinnen. Je früher die Behandlung beginnt, desto besser sind die Erfolgsaussichten.
Warum kommt es nach Operationen zu Inkontinenz?
Bei Operationen im Beckenbereich können verschiedene Strukturen verletzt oder geschwächt werden, die für die Kontinenz wichtig sind. Die Beckenbodenmuskulatur, die Nerven, die Blase oder der Schließmuskel – all diese Komponenten arbeiten normalerweise perfekt zusammen, um die Blase zu kontrollieren. Ein chirurgischer Eingriff kann dieses fein abgestimmte System stören.
Prostata-Operationen bei Männern
Die häufigste Ursache für Harninkontinenz bei Männern sind Prostata-Operationen. Bei der radikalen Prostatektomie, die meist bei Prostatakrebs durchgeführt wird, muss die gesamte Prostata entfernt werden. Die Prostata umschließt die Harnröhre direkt unterhalb der Blase. Bei der Entfernung kann der Schließmuskel verletzt werden, oder die Beckenbodenmuskulatur wird geschwächt.
Etwa 90 Prozent der Männer leiden unmittelbar nach der Operation unter Inkontinenz. Bei den meisten bessert sich die Situation mit der Zeit. Doch etwa 10 bis 20 Prozent kämpfen auch längerfristig mit dem Problem und benötigen gezielte Behandlung.
Gynäkologische Operationen bei Frauen
Bei Frauen können verschiedene Operationen zu Belastungsinkontinenz führen. Gebärmutterentfernungen, Eingriffe an der Blase oder Operationen zur Behandlung von Organsenkungen bergen das Risiko, die Beckenbodenmuskulatur zu schwächen oder Nerven zu verletzen.
Besonders kritisch sind komplexe Operationen im kleinen Becken, bei denen viel Gewebe entfernt oder verändert wird.
Operationen mit erhöhtem Inkontinenzrisiko:
- Radikale Prostatektomie bei Prostatakrebs
- Transurethrale Prostata-Resektion
- Gebärmutterentfernung (Hysterektomie)
- Operationen bei Blasen- oder Darmkrebs
- Eingriffe zur Behandlung von Organsenkungen
- Komplexe Beckenbodenoperationen
Behandlung der postoperativen Inkontinenz
Die Behandlung sollte möglichst früh beginnen – idealerweise schon vor der Operation. Wer bereits präoperativ mit Beckenbodentraining startet, hat deutlich bessere Chancen, schneller wieder kontinent zu werden.
Beckenbodentraining als Basistherapie
Gezieltes Beckenbodentraining ist die wichtigste Behandlung nach Operationen. Die geschwächte oder verletzte Muskulatur muss wieder aufgebaut werden. Das Training erfolgt am besten unter Anleitung einer spezialisierten Physiotherapeutin, die auf postoperative Rehabilitation spezialisiert ist.
Die Übungen beginnen sanft und werden schrittweise intensiviert. Wichtig ist die korrekte Ausführung – viele Männer haben zunächst Schwierigkeiten, die Beckenbodenmuskulatur überhaupt zu spüren. Biofeedback-Geräte können dabei helfen, die richtige Technik zu erlernen.
Regelmäßiges Training über mehrere Monate ist entscheidend. Studien zeigen, dass konsequentes Beckenbodentraining die Kontinenz nach Prostata-Operationen deutlich verbessert und die Erholungszeit verkürzt.
Moderne Therapie mit dem Emsella Stuhl
Der Emsella Stuhl bietet eine besonders effektive Behandlung bei postoperativer Belastungsinkontinenz. Diese innovative Therapie ist gerade für Patienten nach Operationen interessant, da sie intensive Muskelstimulation ohne körperliche Anstrengung ermöglicht.
Während einer 28-minütigen Sitzung werden durch elektromagnetische Impulse etwa 11.000 Muskelkontraktionen ausgelöst – vollständig bekleidet und schmerzfrei. Diese hohe Intensität stärkt die Beckenbodenmuskulatur schneller und effektiver als herkömmliches Training.
In München und anderen Städten bieten spezialisierte Praxen wie die Praxis Dr. Dorigoni diese moderne Behandlung an. Typischerweise werden sechs Sitzungen über drei Wochen empfohlen. Viele Patienten berichten bereits nach wenigen Behandlungen von deutlich weniger Urinverlust.
Die Emsella Therapie kann auch ergänzend zum klassischen Beckenbodentraining eingesetzt werden und beschleunigt den Heilungsprozess.
Zeitlicher Verlauf der Heilung
Die Erholung nach einer Operation verläuft individuell unterschiedlich. In den ersten Wochen nach dem Eingriff ist eine gewisse Inkontinenz normal – der Körper braucht Zeit zur Heilung. Viele Männer nach Prostata-Operationen erleben in den ersten drei Monaten eine deutliche Verbesserung.
Geduld und realistische Erwartungen
Wichtig ist Geduld. Die vollständige Wiederherstellung der Kontinenz kann sechs bis zwölf Monate dauern. Wer nach drei Monaten noch deutliche Beschwerden hat, sollte unbedingt eine spezialisierte Behandlung in Anspruch nehmen.
Realistische Erwartungen sind ebenfalls wichtig. Nicht jeder wird wieder zu 100 Prozent kontinent. Doch eine deutliche Verbesserung ist in den meisten Fällen möglich – von mehreren Einlagen täglich auf nur noch gelegentlichen leichten Urinverlust oder sogar vollständige Kontinenz.
Faktoren für erfolgreiche Heilung:
- Frühzeitiger Beginn mit Beckenbodentraining
- Regelmäßige und konsequente Übungen
- Kombination verschiedener Therapieansätze
- Geduld und realistische Erwartungen
- Gesunder Lebensstil mit normalem Gewicht
Weitere unterstützende Maßnahmen
Neben gezieltem Training helfen weitere Maßnahmen. Gewichtsreduktion bei Übergewicht entlastet den Beckenboden. Das Vermeiden schwerer körperlicher Belastungen in der Heilungsphase ist wichtig. Auch die richtige Trinkmenge spielt eine Rolle.
Bei anhaltenden Problemen stehen auch medikamentöse oder operative Behandlungen zur Verfügung. Doch in den meisten Fällen führen konservative Therapien zum Erfolg.
Nicht aufgeben – Hilfe ist verfügbar
Belastungsinkontinenz nach einer Operation ist belastend, aber behandelbar. Mit modernen Therapien wie Beckenbodentraining und der Emsella Behandlung können die meisten Betroffenen ihre Kontinenz deutlich verbessern oder vollständig zurückgewinnen. In München bieten spezialisierte Praxen umfassende Beratung und individuell angepasste Behandlungspläne an. Der erste Schritt ist, offen mit dem Arzt über die Beschwerden zu sprechen und eine gezielte Therapie zu beginnen. Je früher, desto besser die Aussichten auf ein Leben ohne Blasenschwäche.



