Wir sprechen Deutsch, Englisch, Griechisch, Französisch, Italienisch, Albanisch, Serbokroatisch, Russisch und Türkisch – Vereinbaren Sie einen Termin
We speak German, English, Greek, French, Italian, Albanian, Serbo-Croation, Russian, and Turkish - Make an appointment
Schwindel beim Aufstehen
Kurz aufgestanden – und plötzlich dreht sich alles. Der Blick verschwimmt, die Beine fühlen sich unsicher an, manchmal muss man sich festhalten, um nicht zu schwanken. Schwindel beim Aufstehen ist ein Phänomen, das viele Menschen kennen und das meist nach wenigen Sekunden von selbst vergeht. Deshalb wird es häufig als harmlose Eigenheit des Körpers abgetan. Das stimmt in vielen Fällen auch – aber nicht immer. Wer regelmäßig unter Schwindel beim Aufstehen leidet, sollte genauer hinschauen. Denn dahinter können sehr unterschiedliche Ursachen stecken, die von einer einfachen Kreislaufschwäche bis hin zu behandlungsbedürftigen Erkrankungen reichen.
Was beim Aufstehen im Körper passiert
Um Schwindel beim Aufstehen zu verstehen, lohnt ein kurzer Blick auf die Physiologie. Wenn wir uns aus dem Liegen oder Sitzen erheben, wirkt die Schwerkraft auf das Blut im Körper – es versackt kurzzeitig in die Beine und den Bauchraum. Der Körper muss gegensteuern: Das Herz schlägt schneller, die Blutgefäße ziehen sich zusammen, um den Blutdruck aufrechtzuerhalten und das Gehirn weiterhin ausreichend mit Blut zu versorgen.
Bei den meisten Menschen funktioniert diese Anpassung so schnell und reibungslos, dass sie gar nicht bemerkt wird. Wenn der Mechanismus jedoch zu langsam oder unvollständig arbeitet, fällt der Blutdruck beim Aufstehen kurzfristig ab – und das Gehirn bekommt vorübergehend zu wenig Blut. Die Folge ist der bekannte Schwindel, manchmal begleitet von Sehflimmern, Ohrensausen oder einem kurzen Schwarzwerden vor den Augen.
Orthostatische Hypotonie – der häufigste Grund
Der medizinische Begriff für diesen Zustand lautet orthostatische Hypotonie. Von ihr spricht man, wenn der systolische Blutdruck beim Aufstehen innerhalb von drei Minuten um mindestens 20 mmHg abfällt. Sie ist häufig, gut erforscht und in vielen Fällen harmlos – besonders bei jungen, schlanken Menschen oder bei Frauen.
Begünstigende Faktoren sind Flüssigkeitsmangel, langes Liegen oder Sitzen, Hitze, ausgedehnte Mahlzeiten und bestimmte Medikamente. Blutdrucksenker, Diuretika, Antidepressiva und Mittel gegen die Prostatavergrößerung gehören zu den Wirkstoffen, die eine orthostatische Hypotonie verstärken können. Wer eines dieser Medikamente einnimmt und regelmäßig unter Schwindel beim Aufstehen leidet, sollte das mit seinem Arzt besprechen – eine Dosisanpassung kann in solchen Fällen bereits helfen.
Bei älteren Menschen ist die orthostatische Hypotonie besonders verbreitet, weil die Gefäßelastizität im Alter nachlässt und der Regulationsmechanismus langsamer wird. Das erhöht gleichzeitig das Sturzrisiko – weshalb Schwindel beim Aufstehen im höheren Alter immer ernst genommen werden sollte.
Weitere Ursachen, die abgeklärt werden sollten
Nicht hinter jedem Aufstehschwindel steckt eine orthostatische Hypotonie. Es gibt weitere Ursachen, die ein ähnliches Symptombild erzeugen können und einer genaueren Untersuchung bedürfen.
Eine Schilddrüsenunterfunktion kann den Kreislauf verlangsamen und zu Schwindel beim Aufstehen beitragen. Auch ein Eisenmangel oder eine Anämie schwächt den Kreislauf und macht ihn weniger reaktionsfähig. Herzrhythmusstörungen, bei denen das Herz in bestimmten Momenten nicht effizient pumpt, können ebenfalls Schwindelepisoden beim Lagewechsel auslösen.
Ein weiterer, oft übersehener Auslöser ist Dehydration. Wer zu wenig trinkt – besonders im Sommer oder nach körperlicher Anstrengung – hat schlicht zu wenig Blutvolumen, um den Kreislauf beim Aufstehen stabil zu halten. Hier ist die Lösung so einfach wie wirkungsvoll: mehr Flüssigkeit, bevorzugt Wasser oder ungesüßte Getränke.
Wenn der Schwindel auf etwas Ernsteres hinweist
In selteneren Fällen kann Schwindel beim Aufstehen ein Hinweis auf ernstere Erkrankungen sein. Autonome Neuropathien – also Erkrankungen des unwillkürlichen Nervensystems – beeinträchtigen die Fähigkeit des Körpers, den Blutdruck beim Lagewechsel zu regulieren. Sie treten unter anderem bei Diabetes, Parkinson oder bestimmten Autoimmunerkrankungen auf.
Auch Herzerkrankungen, die die Pumpfunktion beeinträchtigen, können sich durch Schwindel beim Aufstehen bemerkbar machen. Wer neben dem Schwindel auch unter Herzrasen, Kurzatmigkeit, anhaltender Erschöpfung oder Ohnmachtsanfällen leidet, sollte zeitnah einen Hausarzt in München aufsuchen. Diese Kombination aus Symptomen verdient eine gründliche Abklärung – und nicht nur ein abwartendes „Das wird schon“.
Was man selbst tun kann
Für Menschen, die gelegentlich unter Aufstehschwindel leiden, gibt es einige einfache Maßnahmen, die den Kreislauf unterstützen und den Schwindel reduzieren können:
- Langsam aufstehen: Erst an die Bettkante setzen, kurz warten, dann aufstehen – dieser einfache Trick gibt dem Kreislauf Zeit zur Anpassung
- Ausreichend trinken: Mindestens 1,5 bis 2 Liter täglich, bei Hitze oder Sport entsprechend mehr
- Kompressionsstrümpfe tragen: Sie verhindern das Versacken von Blut in die Beine und können besonders bei älteren Menschen oder bei langen Sitzphasen hilfreich sein
- Salzzufuhr leicht erhöhen: Kochsalz bindet Wasser im Körper und erhöht das Blutvolumen – sinnvoll bei Kreislaufschwäche, aber nur in Absprache mit dem Arzt bei bestehendem Bluthochdruck
- Regelmäßige Bewegung: Ausdauersport stärkt das Herz-Kreislauf-System und verbessert die Gefäßregulation langfristig
Wann der Arztbesuch nicht aufgeschoben werden sollte
Wer nur gelegentlich und kurz unter Schwindel beim Aufstehen leidet, kann zunächst die genannten Maßnahmen ausprobieren. Anders sieht es aus, wenn der Schwindel häufig auftritt, intensiver wird, mit Ohnmacht endet oder von weiteren Symptomen begleitet wird. Ein Allgemeinarzt in München kann durch eine einfache Blutdruckmessung im Liegen und Stehen – die sogenannte Schellong-Untersuchung – eine orthostatische Hypotonie rasch nachweisen oder ausschließen. Ergänzende Bluttests und ein EKG geben weitere Hinweise auf mögliche Ursachen.
Schwindel beim Aufstehen ist in den meisten Fällen kein Grund zur Panik – aber ein Grund, genauer hinzuschauen. Wer die Ursache kennt, kann gezielt handeln.



