Herzrasen abklären lassen

Das Herz schlägt plötzlich schneller, kräftiger, unruhiger – manchmal wie aus dem Nichts. Man sitzt ruhig auf dem Sofa, liegt im Bett oder geht spazieren, und plötzlich spürt man das eigene Herz auf eine Weise, die sich ungewohnt anfühlt. Herzrasen ist ein Symptom, das viele Menschen irgendwann erleben – und das sehr unterschiedliche Reaktionen auslöst. Manche ignorieren es, andere geraten sofort in Panik. Die Wahrheit liegt meist irgendwo dazwischen. Denn Herzrasen kann harmlos sein, aber auch ein Hinweis auf etwas sein, das medizinischer Aufmerksamkeit bedarf. Wer es ernst nimmt und abklären lässt, liegt in jedem Fall richtig.

Was Herzrasen bedeutet

Medizinisch spricht man von Tachykardie, wenn das Herz dauerhaft mehr als 100 Schläge pro Minute aufweist. Herzrasen beschreibt aber nicht nur die erhöhte Herzfrequenz selbst, sondern auch das subjektive Gefühl, den eigenen Herzschlag ungewöhnlich stark oder unregelmäßig wahrzunehmen – manchmal auch als Herzstolpern oder Herzpochen bezeichnet.

Das Herz schlägt beim Erwachsenen in Ruhe normalerweise zwischen 60 und 100 Mal pro Minute. Körperliche Anstrengung, Aufregung, Stress oder Koffein können die Frequenz vorübergehend erhöhen – das ist vollkommen normal und kein Grund zur Sorge. Problematisch wird es, wenn Herzrasen ohne erkennbaren Auslöser auftritt, länger als wenige Minuten anhält, sich wiederholt oder von anderen Symptomen begleitet wird.

Harmlose und funktionelle Ursachen

Nicht jedes Herzrasen hat eine ernste Ursache. In vielen Fällen stecken harmlose, funktionelle Auslöser dahinter, die keine spezifische Behandlung erfordern – wohl aber Beachtung.

Stress und Angst gehören zu den häufigsten Auslösern. Das autonome Nervensystem reagiert auf emotionale Belastung mit einer Ausschüttung von Stresshormonen wie Adrenalin – das Herz schlägt schneller, der Körper bereitet sich auf eine Reaktion vor. Bei Menschen mit ausgeprägter Angstneigung oder Panikstörungen kann dieses Herzrasen besonders intensiv und beängstigend sein.

Auch Schlafmangel, Dehydration, übermäßiger Koffein- oder Alkoholkonsum und bestimmte Medikamente können einen schnellen oder unregelmäßigen Herzschlag auslösen. Selbst ein erhöhtes Körpergewicht kann die Herzfunktion beeinflussen. In solchen Fällen bessert sich das Herzrasen häufig, sobald der Auslöser behoben wird.

Wenn eine Erkrankung dahintersteckt

Neben funktionellen Ursachen gibt es medizinische Zustände, die Herzrasen verursachen können und einer gezielten Behandlung bedürfen. Eine Schilddrüsenüberfunktion etwa produziert zu viele Hormone, die den gesamten Stoffwechsel beschleunigen – mit Herzrasen, Nervosität, Gewichtsverlust und Wärmegefühl als typischen Begleiterscheinungen. Auch eine Anämie kann dahinterstecken: Ein Mangel an roten Blutkörperchen zwingt das Herz, schneller zu schlagen, um die Organe trotzdem ausreichend mit Sauerstoff zu versorgen.

Herzrhythmusstörungen wie Vorhofflimmern oder supraventrikuläre Tachykardien äußern sich oft als plötzliches, anfallsartiges Herzrasen – manchmal verbunden mit Schwindel oder Kurzatmigkeit. Dauerhaft erhöhter Blutdruck belastet das Herz und kann zu Veränderungen führen, die sich unter anderem in einem unruhigen Herzschlag zeigen. Nicht zuletzt können Elektrolytstörungen – etwa ein Mangel an Kalium oder Magnesium – die elektrische Reizleitung im Herzen stören und Rhythmusprobleme auslösen.

Was beim Arztbesuch passiert

Wer unter wiederkehrendem Herzrasen leidet, sollte einen Hausarzt in München aufsuchen. Ein ausführliches Gespräch steht am Anfang: Wann tritt das Herzrasen auf? Wie lange dauert es? Gibt es erkennbare Auslöser? Kommen weitere Symptome hinzu wie Schwindel, Brustenge, Ohnmacht oder Kurzatmigkeit? Diese Informationen helfen dem Arzt, das Beschwerdebild einzuordnen und die richtigen Untersuchungen zu veranlassen.

Ein EKG gehört zur Basisdiagnostik bei Herzrasen. Es zeichnet die elektrische Aktivität des Herzens auf und kann Rhythmusstörungen sichtbar machen. Da Herzrasen oft nur anfallsartig auftritt, ist ein normales Ruhe-EKG allein nicht immer ausreichend. In solchen Fällen kommt ein Langzeit-EKG zum Einsatz, das über 24 bis 48 Stunden getragen wird und den Herzrhythmus kontinuierlich aufzeichnet.

Ergänzende Untersuchungen

Je nach Befund und Beschwerden können weitere Schritte folgen. Blutuntersuchungen liefern Aufschluss über Schilddrüsenwerte, Blutbild und Elektrolyte – und decken damit häufige Auslöser ab. Eine Echokardiographie zeigt Struktur und Funktion der Herzklappen und des Herzmuskels. Bei Herzrasen unter Belastung kommt ein Belastungs-EKG infrage, bei Verdacht auf vegetative Ursachen eine Kipptischuntersuchung.

Ein Allgemeinarzt in München koordiniert diese Schritte und entscheidet, wann eine Überweisung zum Kardiologen sinnvoll ist. Wichtig ist, dass die Abklärung systematisch und nicht überstürzt erfolgt – denn eine voreilige Diagnose kann genauso problematisch sein wie eine verschleppte.

Wann sofortiges Handeln gefragt ist

Es gibt Situationen, in denen Herzrasen nicht abgewartet werden sollte. Sofort handeln ist angebracht, wenn das Herzrasen von folgenden Symptomen begleitet wird:

  • Starker Brustschmerz oder Druck in der Brust
  • Plötzliche Ohnmacht oder das Gefühl, gleich ohnmächtig zu werden
  • Ausgeprägte Atemnot auch in Ruhe
  • Kribbeln oder Taubheitsgefühle im linken Arm oder im Kiefer
  • Herzrasen, das sehr plötzlich einsetzt und nicht aufhört

Diese Symptome können auf einen Herzinfarkt oder eine schwerwiegende Rhythmusstörung hinweisen. In solchen Fällen ist der Notruf die richtige Reaktion – nicht der Weg in die Praxis.

Herzrasen ernst zu nehmen heißt nicht, sich ständig Sorgen zu machen. Es heißt, aufmerksam zu sein – und bei anhaltenden oder wiederkehrenden Beschwerden den richtigen Schritt zu gehen.