Dengue-Fieber: Schutz auf Reisen

Dengue-Fieber ist eine der am weitesten verbreiteten durch Mücken übertragenen Viruserkrankungen weltweit. Was viele Reisende nicht wissen: Die Krankheit kommt nicht nur in entlegenen Tropengebieten vor, sondern auch an beliebten Urlaubszielen wie Thailand, Bali, der Dominikanischen Republik oder Brasilien. Die Weltgesundheitsorganisation schätzt, dass sich jährlich bis zu 400 Millionen Menschen weltweit mit Dengue infizieren. Wer in tropische oder subtropische Regionen reist, sollte sich vor der Abreise gut informieren – denn die beste Waffe gegen Dengue-Fieber ist nach wie vor die Vorbeugung.

Was ist Dengue-Fieber und wie wird es übertragen?

Dengue-Fieber wird durch das Dengue-Virus ausgelöst, das zur Familie der Flaviviren gehört. Es gibt vier verschiedene Serotypen des Virus, was bedeutet: Eine überstandene Dengue-Infektion schützt nur vor dem jeweiligen Serotyp, nicht vor den anderen dreien. Eine zweite Infektion mit einem anderen Serotyp kann sogar schwerer verlaufen als die erste.

Übertragen wird das Virus ausschließlich durch den Stich infizierter Mücken, vor allem durch die Tigermücke (Aedes albopictus) und die Gelbfiebermücke (Aedes aegypti). Diese Mückenarten stechen bevorzugt tagsüber, besonders in den Morgenstunden und am späten Nachmittag – ein wichtiger Unterschied zu vielen anderen Tropenkrankheiten, bei denen vor allem nächtlicher Mückenschutz entscheidend ist. Von Mensch zu Mensch wird Dengue nicht übertragen.

Welche Symptome treten auf?

Die Symptome von Dengue-Fieber beginnen in der Regel vier bis sieben Tage nach dem Mückenstich. Der Verlauf ist sehr unterschiedlich: Manche Infizierte bemerken kaum etwas, andere sind für ein bis zwei Wochen deutlich krank.

Typischer Verlauf

Klassische Dengue-Fieber-Symptome ähneln zunächst einer schweren Grippe:

  • Plötzlich einsetzendes hohes Fieber, oft über 39 Grad
  • Starke Kopfschmerzen, häufig hinter den Augen
  • Ausgeprägte Muskel- und Gelenkschmerzen – daher auch der Beiname „Knochenbrecherfieber“
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Hautausschlag, der meist nach einigen Tagen erscheint
  • Extreme Erschöpfung und Schwäche

Die meisten Erkrankungen verlaufen selbstlimitierend, das heißt, sie heilen ohne spezifische Behandlung ab. Wichtig ist jedoch eine ausreichende Flüssigkeitszufuhr und körperliche Schonung.

Schwerer Verlauf: Wann wird es gefährlich?

In seltenen Fällen, häufiger bei einer Zweitinfektion mit einem anderen Serotyp, kann Dengue einen schweren Verlauf nehmen. Dabei kommt es zu einem starken Abfall der Blutplättchen, was zu inneren Blutungen führen kann. Zeichen eines schweren Verlaufs sind unter anderem anhaltende Bauchschmerzen, wiederholtes Erbrechen, Blutungen aus Nase oder Zahnfleisch sowie eine plötzliche Verschlechterung des Allgemeinzustands nach dem ersten Fieberabfall. In solchen Fällen ist sofortige medizinische Hilfe notwendig.

Wie kann man sich schützen?

Da es bisher keinen breit verfügbaren und für alle Reisenden zugelassenen Impfstoff gegen Dengue gibt, steht der Mückenschutz an erster Stelle. Er ist die wirksamste Maßnahme, um sich vor einer Infektion zu schützen.

Mückenschutz im Alltag

Ein konsequenter Mückenschutz tagsüber ist entscheidend. Folgende Maßnahmen haben sich bewährt:

  • Insektenschutzmittel mit den Wirkstoffen DEET, Icaridin oder IR3535 auf exponierte Hautstellen auftragen – diese Mittel sind auch für Kinder ab einem bestimmten Alter geeignet, die genauen Empfehlungen sollte man vorab beim Arzt erfragen
  • Helle, langärmelige Kleidung tragen, die möglichst viel Haut bedeckt
  • Klimatisierte oder mit Fliegengittern gesicherte Unterkünfte bevorzugen
  • Stehende Wasseransammlungen in der Umgebung meiden, da diese als Brutstätten für Mücken dienen

Impfung gegen Dengue

Seit einigen Jahren gibt es einen Dengue-Impfstoff namens Qdenga, der in Deutschland zugelassen ist und von der Ständigen Impfkommission (STIKO) für bestimmte Reisende empfohlen wird. Der Impfstoff ist für Personen ab vier Jahren zugelassen und schützt gegen alle vier Dengue-Serotypen. Er wird in zwei Dosen im Abstand von drei Monaten verabreicht.

Wichtig: Die Impfung ist nicht für jeden geeignet und sollte individuell abgewogen werden. Sie ist vor allem für Menschen sinnvoll, die häufig oder über längere Zeiträume in Endemiegebiete reisen. Wer eine frühere Dengue-Infektion hatte, profitiert ebenfalls von der Impfung, da sie das Risiko eines schweren Verlaufs bei einer erneuten Infektion reduziert. Ob die Impfung im eigenen Fall empfehlenswert ist, sollte in einem reisemedizinischen Beratungsgespräch geklärt werden.

Was tun, wenn nach der Reise Symptome auftreten?

Wer nach einem Aufenthalt in einem Dengue-Risikogebiet Fieber bekommt, sollte das unbedingt ernst nehmen und zeitnah ärztliche Hilfe suchen. Wichtig ist, dem Arzt von der Reise zu berichten – denn ohne diesen Hinweis wird an eine Tropenkrankheit oft nicht sofort gedacht.

Dengue kann im Blutbild nachgewiesen werden, typischerweise durch einen Abfall der Blutplättchen und weißen Blutkörperchen sowie durch spezifische Antikörpertests. Eine gezielte medikamentöse Therapie gegen das Virus gibt es bisher nicht – die Behandlung besteht aus Ruhe, Flüssigkeitsersatz und symptomatischer Unterstützung. Schmerzmittel auf Basis von Acetylsalicylsäure, wie Aspirin, sollten bei Verdacht auf Dengue unbedingt vermieden werden, da sie die Blutungsneigung verstärken können.

Wer aus München oder der Umgebung in tropische Regionen reist und sich unsicher ist, welche Schutzmaßnahmen sinnvoll sind, sollte vor der Abreise eine reisemedizinische Beratung beim Allgemeinarzt wahrnehmen – das hilft dabei, gut vorbereitet in den Urlaub zu starten und im Ernstfall schnell das Richtige zu tun. Eine reisemedizinische Beratung beim Allgemeinarzt hilft dabei, gut vorbereitet in den Urlaub zu starten – und im Ernstfall schnell das Richtige zu tun.