Wer eine Reise in tropische Regionen plant, stößt früher oder später auf das Thema Gelbfieber. Für manche Länder ist die Impfung eine Einreisepflicht, für andere eine dringende Empfehlung – und manchmal herrscht schlicht Unsicherheit darüber, ob und wann sie wirklich nötig ist. Gelbfieber ist eine ernst zu nehmende Viruserkrankung, die in bestimmten Teilen Afrikas und Südamerikas vorkommt und im schlimmsten Fall tödlich verlaufen kann. Wer gut informiert in den Urlaub startet, schützt nicht nur sich selbst, sondern erfüllt auch die Einreisebedingungen mancher Länder – und vermeidet unangenehme Überraschungen am Flughafen.
Was ist Gelbfieber und wie wird es übertragen?
Gelbfieber ist eine durch Viren verursachte Infektionskrankheit, die durch den Stich infizierter Mücken übertragen wird – vor allem durch die Gelbfiebermücke Aedes aegypti und verwandte Arten. Das Virus gehört zur Familie der Flaviviren, zu der auch Dengue und das Zika-Virus zählen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nicht möglich.
Der Name „Gelbfieber“ leitet sich von der Gelbfärbung der Haut und der Augen ab, die bei einem schweren Verlauf durch eine Leberschädigung entsteht. Die Erkrankung verläuft in zwei Phasen: Zunächst treten grippeähnliche Symptome wie Fieber, Kopfschmerzen, Muskelschmerzen und Übelkeit auf. Bei den meisten Betroffenen klingt die Erkrankung nach wenigen Tagen ab. Bei einem kleineren Teil – schätzungsweise 15 Prozent der Erkrankten – kommt es nach einer kurzen Besserungsphase zu einem schweren Rückfall mit Organversagen, Blutungen und Gelbsucht. Die Sterblichkeit in dieser Phase ist hoch.
In welchen Regionen ist Gelbfieber verbreitet?
Gelbfieber kommt ausschließlich in bestimmten Gebieten Afrikas und Südamerikas vor. In Asien ist die Krankheit trotz vorhandener Mückenarten bisher nicht aufgetreten – warum das so ist, ist wissenschaftlich noch nicht vollständig geklärt.
In Afrika sind vor allem die Länder südlich der Sahara und nördlich des südlichen Afrikas betroffen, darunter Nigeria, Ghana, Kamerun, die Demokratische Republik Kongo und viele weitere Länder Zentral- und Westafrikas. In Südamerika zählen Brasilien, Bolivien, Peru, Ecuador, Kolumbien und Venezuela zu den Risikogebieten. Dabei ist das Risiko innerhalb der Länder sehr unterschiedlich verteilt – Großstädte an der Küste gelten oft als weniger gefährlich als Dschungelregionen im Landesinneren.
Aktuelle Informationen zu den Risikogebieten liefern das Auswärtige Amt und das Robert Koch-Institut, die ihre Empfehlungen regelmäßig aktualisieren. Ein reisemedizinisches Beratungsgespräch ist deshalb immer sinnvoll, bevor man sich auf eigene Faust durch Reiseführer oder Internetforen orientiert.
Für wen ist die Impfung Pflicht, für wen Empfehlung?
Hier liegt häufig die größte Verwirrung. Es gibt einen Unterschied zwischen einer Einreisepflicht und einer medizinischen Empfehlung – und beides sollte man kennen.
Einreisepflicht
Viele Länder verlangen beim Einreisen aus Gelbfieberendemiegebieten einen gültigen Impfnachweis im Internationalen Impfausweis. Wer diesen nicht vorlegen kann, riskiert die Einreiseverweigerung oder muss eine Quarantäne in Kauf nehmen. Einige Länder verlangen die Impfung grundsätzlich von allen Einreisenden, unabhängig vom Herkunftsland. Welche Regelung genau gilt, hängt vom Zielland und dem Transitland ab – auch ein Zwischenstopp in einem Gelbfieberland kann eine Impfpflicht auslösen.
Medizinische Empfehlung
Unabhängig von gesetzlichen Einreisevorschriften empfehlen Reisemediziner die Impfung für alle, die in Endemiegebiete reisen – auch wenn das Zielland keine Pflicht vorschreibt. Das Risiko einer Infektion besteht auch ohne offizielle Vorschrift, und da es keine spezifische Behandlung gegen Gelbfieber gibt, ist die Impfung der einzige wirksame Schutz.
Wer sollte nicht geimpft werden?
Die Gelbfieberimpfung ist ein Lebendimpfstoff und daher nicht für jeden geeignet. Folgende Personen sollten vor der Impfung unbedingt ärztlichen Rat einholen:
- Säuglinge unter neun Monaten
- Schwangere Frauen, außer bei einem sehr hohen Infektionsrisiko
- Personen mit schweren Immundefekten oder unter immunsuppressiver Therapie
- Menschen mit einer Allergie gegen Hühnereiweiß, da der Impfstoff auf Hühnereiern hergestellt wird
- Ältere Menschen über 60 Jahre, bei denen das Risiko schwerer Impfnebenwirkungen leicht erhöht ist
Wie lange schützt die Impfung?
Lange galt die Regel, dass die Gelbfieberimpfung alle zehn Jahre aufgefrischt werden muss. Die Weltgesundheitsorganisation hat diese Empfehlung jedoch geändert: Seit 2016 gilt eine einmalige Impfung offiziell als lebenslang schützend. Entsprechend werden auch die internationalen Impfausweise angepasst – eine einmal eingetragene Gelbfieberimpfung hat keine Ablaufzeit mehr.
In der Praxis gibt es jedoch Ausnahmen: Bei bestimmten Risikogruppen, etwa bei Personen, die zum Zeitpunkt der Erstimpfung schwanger waren, oder bei Menschen, deren Immunsystem geschwächt ist, kann eine Auffrischung dennoch sinnvoll sein. Das sollte individuell mit dem Arzt besprochen werden.
Wo wird die Impfung durchgeführt?
Die Gelbfieberimpfung darf in Deutschland nicht von jedem Arzt verabreicht werden. Sie ist ausschließlich an offiziell zugelassenen Gelbfieberimpfstellen erlaubt, die von den zuständigen Behörden zertifiziert sind. Der Grund: Die Impfung muss im Internationalen Impfausweis mit dem Stempel der zugelassenen Impfstelle eingetragen werden, damit sie bei der Einreise anerkannt wird.
Wer in München oder der näheren Umgebung die Gelbfieberimpfung benötigt, sollte sich frühzeitig an einen Hausarzt wenden, der als zugelassene Gelbfieberimpfstelle arbeitet. Ein solcher Allgemeinarzt in München kann nicht nur die Impfung durchführen, sondern auch eine umfassende reisemedizinische Beratung anbieten – damit man gut geschützt und ohne bürokratische Hürden in die Reise startet.