Computerbrille am Arbeitsplatz

Wer täglich viele Stunden vor dem Bildschirm verbringt, kennt das Gefühl von müden, brennenden oder tränenden Augen am Ende des Arbeitstages. Eine speziell angepasste Computerbrille kann hier gezielt Abhilfe schaffen und die Augen bei der Bildschirmarbeit deutlich entlasten. Was steckt dahinter, und für wen lohnt sich die Anschaffung wirklich?

Warum Bildschirmarbeit die Augen besonders belastet

Beim Blick auf einen Bildschirm arbeiten die Augen anders als bei den meisten anderen Alltagstätigkeiten. Der Abstand zum Monitor liegt meist zwischen 50 und 70 Zentimetern, also in einem mittleren Sehbereich, der weder dem typischen Nahsehen beim Lesen noch dem Fernsehen entspricht. Für viele Menschen, insbesondere ab dem 40. Lebensjahr, ist genau dieser Zwischenbereich mit einer normalen Brille oder auch mit einer Gleitsichtbrille nicht optimal abgedeckt.

Hinzu kommt, dass beim Betrachten von Bildschirmen deutlich seltener geblinzelt wird als üblich. Das führt dazu, dass sich der Tränenfilm auf der Augenoberfläche schneller auflöst, was wiederum zu trockenen und gereizten Augen führen kann. Kombiniert mit einer nicht optimal angepassten Sehhilfe entsteht so eine Doppelbelastung, die sich über den Tag hinweg deutlich bemerkbar macht.

Typische Beschwerden bei der Bildschirmarbeit

Wer stundenlang am Computer arbeitet und dabei die falsche oder gar keine Sehhilfe trägt, kennt häufig eine ganze Reihe an Beschwerden. Dazu zählen:

  • Müde, brennende oder tränende Augen im Laufe des Tages
  • Verschwommenes Sehen, besonders beim Wechsel zwischen Bildschirm und anderen Entfernungen
  • Kopfschmerzen, die häufig im Bereich der Schläfen oder hinter den Augen auftreten
  • Eine unbewusst angespannte Kopf- oder Körperhaltung, um schärfer sehen zu können

Diese Symptome werden häufig unter dem Begriff „Computer Vision Syndrom“ zusammengefasst und betreffen einen großen Teil der Menschen, die beruflich viel am Bildschirm arbeiten. Wichtig ist, solche Beschwerden nicht einfach hinzunehmen, sondern die Ursache augenärztlich abklären zu lassen.

Was eine Computerbrille anders macht

Eine Computerbrille unterscheidet sich von einer klassischen Lese- oder Fernbrille durch ihre spezielle Anpassung auf den mittleren Sehbereich, der bei der Bildschirmarbeit gefordert ist. Die Gläser sind so berechnet, dass der Bildschirm in der üblichen Entfernung scharf und entspannt gesehen werden kann, ohne dass die Augen ständig zwischen verschiedenen Sehbereichen wechseln müssen. Bei manchen Ausführungen wird auch ein größerer Zwischenbereich abgedeckt, sodass zusätzlich die Tastatur und Dokumente auf dem Schreibtisch gut erkennbar bleiben.

Zusätzlich können die Gläser mit einer speziellen Beschichtung versehen werden, die Reflexionen reduziert und dadurch das Auge weiter entlastet. Manche Beschichtungen filtern außerdem einen Teil des blauen Lichtanteils, der von Bildschirmen ausgeht. Zur tatsächlichen Wirkung dieser Blaulichtfilter auf die Augengesundheit gibt es allerdings unterschiedliche wissenschaftliche Einschätzungen, weshalb dieser Aspekt eher als zusätzlicher Komfort und nicht als medizinisch belegter Schutz betrachtet werden sollte.

Wie die Anpassung beim Augenarzt abläuft

Der erste Schritt zur passenden Computerbrille ist eine gründliche augenärztliche Untersuchung. Dabei wird die aktuelle Sehschärfe geprüft und ermittelt, ob bereits eine Fehlsichtigkeit vorliegt, die korrigiert werden muss. Besonders wichtig ist die genaue Vermessung des individuellen Arbeitsabstands zum Bildschirm, da sich die optimale Brillenstärke je nach Bildschirmposition und persönlichen Gewohnheiten unterscheiden kann.

Als Facharzt für Augenheilkunde in München wird bei dieser Untersuchung nicht nur die reine Sehschärfe erfasst, sondern auch geprüft, ob zusätzliche Faktoren wie eine beginnende Alterssichtigkeit oder eine bestehende Kurzsichtigkeit die Beschwerden am Arbeitsplatz beeinflussen. Auf dieser Grundlage lässt sich eine Brille anpassen, die exakt auf die individuellen Bedürfnisse zugeschnitten ist, statt auf allgemeine Werte einer Standardbrille zurückzugreifen.

Wer besonders von einer Computerbrille profitiert

Nicht jeder, der am Bildschirm arbeitet, benötigt automatisch eine eigene Computerbrille. Besonders sinnvoll ist sie jedoch für Menschen, die bereits eine Lese- oder Gleitsichtbrille tragen und feststellen, dass diese am Bildschirm nicht optimal funktioniert. Auch Personen ab dem 40. Lebensjahr, bei denen die natürliche Anpassungsfähigkeit des Auges nachlässt, profitieren häufig von einer speziell angepassten Lösung. Wer schon unter wiederkehrenden Kopfschmerzen oder Augenbeschwerden während der Arbeit leidet, sollte die Ursache in jedem Fall augenärztlich abklären lassen, bevor eine Brille angeschafft wird.

Weitere Maßnahmen für entspanntes Arbeiten am Bildschirm

Eine passende Computerbrille ist ein wichtiger Baustein, ersetzt aber nicht die grundsätzliche Ergonomie am Arbeitsplatz. Der Bildschirm sollte in einem Abstand von etwa 50 bis 70 Zentimetern positioniert sein, die Oberkante des Bildschirms möglichst auf Augenhöhe oder leicht darunter. Auch die Beleuchtung im Raum spielt eine Rolle: Blendungen und starke Kontraste zwischen Bildschirm und Umgebung sollten vermieden werden.

Zusätzlich hilft die sogenannte 20-20-20-Regel, die Augen regelmäßig zu entlasten: Alle 20 Minuten für etwa 20 Sekunden auf einen Punkt schauen, der etwa 20 Fuß, also rund sechs Meter, entfernt ist. Diese kurzen Pausen unterstützen die natürliche Entspannung der Augenmuskulatur und wirken der Ermüdung entgegen.

Ein Blick, der sich lohnt

Wer viele Stunden am Tag beruflich am Bildschirm verbringt, sollte die eigenen Augen nicht auf die leichte Schulter nehmen. Anhaltende Beschwerden sind kein normaler Bestandteil des Arbeitsalltags, sondern ein Signal, das ernst genommen werden sollte. Ein erfahrener Augenarzt in München kann durch eine genaue Untersuchung feststellen, ob eine Computerbrille sinnvoll ist, und diese individuell auf die persönlichen Arbeitsbedingungen abstimmen. So lässt sich die Bildschirmarbeit deutlich entspannter und ohne unnötige Belastung für die Augen gestalten.