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Gürtelrose-Impfung ab 60
Brennende Schmerzen, ein streifenförmiger Ausschlag mit Bläschen und im ungünstigen Fall Nervenschmerzen, die monatelang anhalten: Eine Gürtelrose kann deutlich belastender sein, als viele erwarten. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko spürbar an. Die Ständige Impfkommission empfiehlt deshalb allen Menschen ab 60 Jahren eine Impfung, die zuverlässig vor der Erkrankung und ihren Folgen schützt.
Was ist eine Gürtelrose?
Eine Gürtelrose, medizinisch Herpes zoster, ist eine Reaktivierung des Windpockenvirus, das nach einer Windpockenerkrankung lebenslang in den Nervenknoten des Körpers verbleibt. Über 95 Prozent der Erwachsenen in Deutschland tragen dieses Varizella-Zoster-Virus in sich. Wird es Jahre oder Jahrzehnte später wieder aktiv, wandert es entlang eines Nervs zur Haut und löst dort die typischen Beschwerden aus.
Meist beginnt die Erkrankung mit Brennen, Kribbeln oder Schmerzen auf einer Körperseite. Nach einigen Tagen folgt ein geröteter Ausschlag mit Bläschen, der sich oft gürtelförmig am Rumpf ausbreitet, aber auch im Gesicht auftreten kann. In Deutschland erkranken nach Schätzungen des Robert Koch-Instituts jedes Jahr rund 300.000 bis 400.000 Menschen. Etwa jeder dritte Mensch bekommt im Laufe seines Lebens eine Gürtelrose.
Warum steigt das Risiko mit dem Alter?
Weil die Abwehrkräfte, die das Virus normalerweise in Schach halten, mit den Jahren nachlassen. Fachleute sprechen von der Alterung des Immunsystems. Ab etwa 50 Jahren nimmt die Zahl der Erkrankungen deutlich zu, und bei älteren Menschen verläuft die Gürtelrose häufiger schwer. Auch chronische Erkrankungen, Medikamente, die das Immunsystem dämpfen, oder starke körperliche und seelische Belastungen können eine Reaktivierung begünstigen.
Mögliche Komplikationen
Die gefürchtetste Folge ist die Post-Zoster-Neuralgie. Dabei bleiben die Nervenschmerzen auch nach dem Abheilen des Ausschlags bestehen, manchmal über Monate oder Jahre. Das Risiko dafür steigt mit dem Alter deutlich an. Betroffene beschreiben die Schmerzen häufig als brennend oder einschießend, schon leichte Berührungen durch Kleidung können unangenehm sein. Befällt die Gürtelrose die Region um das Auge, kann sie zudem Entzündungen am Auge auslösen und im schlimmsten Fall das Sehvermögen gefährden. Im Bereich des Ohrs sind Hörstörungen und Gesichtslähmungen möglich.
Die STIKO-Empfehlung im Überblick
Seit Ende 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission die Impfung mit einem Totimpfstoff. Die Empfehlung gilt für:
- alle Menschen ab 60 Jahren als Standardimpfung
- Menschen ab 50 Jahren mit einem erhöhten Risiko, etwa durch eine Immunschwäche, Diabetes, rheumatoide Arthritis, chronisch-entzündliche Darmerkrankungen, COPD, Asthma oder eine chronische Nierenerkrankung
Die Kosten werden von den gesetzlichen Krankenkassen übernommen, sofern die Impfung gemäß dieser Empfehlung erfolgt. Ob früher tatsächlich Windpocken durchgemacht wurden, muss vorher nicht überprüft werden. Der frühere Lebendimpfstoff wird von der STIKO nicht mehr empfohlen, da der heutige Totimpfstoff deutlich besser schützt.
Ablauf und Verträglichkeit der Impfung
Für einen vollständigen Schutz sind zwei Impfungen in den Oberarmmuskel nötig, die im Abstand von mindestens zwei und höchstens sechs Monaten gegeben werden. Als Hausarzt in München lässt sich die Gürtelrose-Impfung gut mit anderen Terminen verbinden, etwa mit der jährlichen Grippeimpfung, da sie zeitgleich mit anderen Totimpfstoffen verabreicht werden kann.
Häufig treten nach der Impfung Reaktionen an der Einstichstelle auf, zum Beispiel Schmerzen, Rötung oder Schwellung. Auch Müdigkeit, Muskel- und Kopfschmerzen, Frösteln oder leichtes Fieber sind möglich. Diese Beschwerden zeigen, dass das Immunsystem auf den Impfstoff reagiert, und klingen in der Regel nach ein bis drei Tagen von selbst ab. Es ist sinnvoll, für die Tage nach der Impfung keine besonders anstrengenden Termine zu planen.
Impfung nach überstandener Gürtelrose
Auch nach einer bereits durchgemachten Gürtelrose wird die Impfung empfohlen, denn die Erkrankung kann erneut auftreten. Geimpft wird, sobald die akuten Beschwerden vollständig abgeklungen sind. Als Facharzt für Allgemeinmedizin in München wird der passende Zeitpunkt individuell besprochen, insbesondere wenn noch Nervenschmerzen bestehen oder Medikamente eingenommen werden, die das Immunsystem beeinflussen.
Wie gut schützt die Impfung?
Sehr gut: In den Zulassungsstudien lag die Schutzwirkung bei Menschen ab 50 Jahren bei über 90 Prozent, auch bei über 70-Jährigen blieb sie auf diesem hohen Niveau. Zudem senkt die Impfung das Risiko für die Post-Zoster-Neuralgie deutlich. Nach bisherigen Daten hält der Schutz viele Jahre an, eine Auffrischung wird derzeit nicht empfohlen.
Wann sollte man sich impfen lassen?
Ab dem 60. Geburtstag oder bei bestehenden Risikofaktoren bereits ab 50 Jahren. Ein guter Anlass ist der nächste Routinetermin in der Hausarztpraxis, bei dem gleich der Impfpass auf weitere fehlende Impfungen überprüft werden kann. Ein Allgemeinarzt in München klärt vorab, ob Gründe gegen eine Impfung sprechen, und plant die beiden Termine so, dass der Schutz rechtzeitig vollständig ist. Tritt trotz allem eine Gürtelrose auf, sollte möglichst innerhalb von 72 Stunden nach Beginn des Ausschlags eine Praxis aufgesucht werden, da antivirale Medikamente dann am besten wirken.



