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Hypoxietraining bei Long-COVID
Erschöpfung, die selbst nach kleinsten Anstrengungen zuschlägt, Atemnot ohne erkennbaren Grund, ein Körper, der sich nicht mehr wie der eigene anfühlt – Long-COVID stellt viele Betroffene vor genau diese Herausforderungen. Das MITOVIT®-Hypoxietraining wird zunehmend als ergänzender Ansatz diskutiert, der gezielt an der Energieproduktion der Zellen ansetzen soll.
Was passiert bei Long-COVID im Körper?
Eine anhaltende Störung mehrerer Körperfunktionen, die auch Wochen oder Monate nach der eigentlichen Infektion bestehen bleibt. Bei Long-COVID zeigen sich bei vielen Betroffenen Hinweise auf eine gestörte Mitochondrienfunktion, also eine eingeschränkte Leistungsfähigkeit der zellulären Energiekraftwerke. Diese Mitochondrien sind normalerweise dafür verantwortlich, aus Sauerstoff und Nährstoffen die Energie zu gewinnen, die der Körper für jede Aktivität benötigt. Ist diese Funktion beeinträchtigt, äußert sich das häufig in der für Long-COVID typischen Erschöpfung, die auch als postvirale Fatigue bekannt ist.
Zusätzlich wird bei vielen Betroffenen eine eingeschränkte Mikrozirkulation beobachtet, also eine verminderte Durchblutung der kleinsten Blutgefäße im Gewebe. Diese Kombination aus gestörter Zellenergie und schlechterer Durchblutung kann erklären, warum bereits kleine körperliche oder geistige Anstrengungen bei Long-COVID-Patientinnen und -Patienten zu einer überproportionalen Erschöpfung führen können, einem Phänomen, das in der Fachsprache als Post-Exertional-Malaise bezeichnet wird.
Wie soll Hypoxietraining dabei helfen?
Über einen gezielten Trainingsreiz für die Mitochondrien, der auf denselben Mechanismen basiert, die auch beim klassischen Höhentraining wirksam werden. Beim MITOVIT®-System, dem sogenannten Intervall-Hypoxie-Hyperoxie-Training, wird der Körper computergesteuert abwechselnd mit sauerstoffreduzierter und sauerstoffreicher Luft konfrontiert. In der Hypoxie-Phase reagieren die Zellen auf den kurzfristigen Sauerstoffmangel mit Anpassungsprozessen, die unter anderem geschädigte Mitochondrien abbauen. In der anschließenden Hyperoxie-Phase mit sauerstoffreicher Luft wird die Neubildung gesunder, leistungsfähigerer Mitochondrien zusätzlich angeregt.
Dieser Mechanismus, die sogenannte Mitochondrienbiogenese, wurde unter anderem mit dem Nobelpreis für Medizin 2019 wissenschaftlich gewürdigt und bildet die theoretische Grundlage dafür, warum das Verfahren gerade bei Erkrankungen mit gestörter Zellenergie wie Long-COVID als möglicher Ansatzpunkt betrachtet wird.
Aktuelle Forschungslage zum Verfahren
Erste klinische Beobachtungen zu IHHT bei Long-COVID-Patienten sind vielversprechend, wobei die wissenschaftliche Evidenz für dieses noch junge Krankheitsbild insgesamt begrenzt bleibt. Einzelne Untersuchungen deuten auf eine mögliche Verbesserung der Belastbarkeit und eine Reduktion des Erschöpfungsgefühls hin. Da Long-COVID selbst erst seit wenigen Jahren intensiver erforscht wird, sind umfassende Langzeitstudien zur Wirksamkeit spezifischer Therapieansätze wie dem Hypoxietraining derzeit noch im Aufbau, weshalb das Verfahren als ergänzender und nicht als alleinstehender Behandlungsweg verstanden werden sollte.
Geeignete Patientengruppen für die Behandlung
Geeignet ist die Therapie vor allem für Long-COVID-Betroffene, die unter anhaltender Erschöpfung und eingeschränkter körperlicher Belastbarkeit leiden und nach einer sanften, nicht-invasiven Ergänzung zu ihrer bestehenden Behandlung suchen. Wichtig ist dabei, dass das Training stets an die individuelle Belastungsgrenze angepasst wird, da eine Überforderung bei Long-COVID, ähnlich wie bei klassischem Sport, die Beschwerden eher verschlechtern als verbessern kann. Aus diesem Grund unterscheidet sich der Trainingsansatz bei Long-COVID deutlich von dem bei gesunden Sportlerinnen und Sportlern.
Ermittlung der individuellen Belastungsgrenze
Vor Trainingsbeginn steht eine Eingangsuntersuchung, bei der zunächst die individuelle Hypoxieschwelle bestimmt wird, also der Punkt, an dem der Körper beginnt, auf den reduzierten Sauerstoffgehalt zu reagieren. Als Facharzt für Allgemeinmedizin in München wird diese Schwelle bei Long-COVID-Patientinnen und -Patienten besonders vorsichtig ermittelt, da die individuelle Belastbarkeit stark schwanken kann und sich von Tag zu Tag verändern mag. Über eine Echtzeit-Messung der Herzratenvariabilität passt sich das System kontinuierlich an den aktuellen Zustand des Körpers an, sodass das Training stets im sicheren, individuell verträglichen Bereich abläuft.
Ablauf einer Behandlungssitzung
Die Behandlung erfolgt vollständig passiv und im Liegen. Man atmet über eine leichte Atemmaske im Wechsel sauerstoffarme und sauerstoffreiche Luft, während keine aktive körperliche Anstrengung erforderlich ist. Eine Sitzung dauert etwa 40 Minuten, wobei die Intensität gerade bei Long-COVID-Patienten zu Beginn deutlich niedriger angesetzt und erst schrittweise gesteigert wird. Für einen möglichen Effekt wird meist eine Serie von zehn bis 15 Sitzungen empfohlen, verteilt auf zwei bis drei Termine pro Woche, wobei der genaue Rhythmus individuell an die Tagesform angepasst wird.
Kann Hypoxietraining Long-COVID heilen?
Nein, das Training ersetzt keine medizinische Behandlung und stellt keine Heilung der zugrunde liegenden Erkrankung dar. Es kann jedoch als ergänzender Baustein innerhalb eines umfassenderen Behandlungskonzepts sinnvoll sein, das je nach individueller Situation auch Elemente wie schrittweise Belastungssteigerung, Ernährungsberatung oder psychologische Unterstützung umfassen kann. Als Hausarzt in München wird die Therapie deshalb stets im Rahmen der Gesamtbetreuung besprochen und regelmäßig anhand des individuellen Verlaufs angepasst.
Lohnt sich Hypoxietraining bei Long-COVID?
Das lässt sich nur individuell beurteilen, da die Reaktion auf das Training von Person zu Person stark variiert und die wissenschaftliche Evidenz für dieses spezielle Krankheitsbild noch wächst. Wer unter anhaltender Erschöpfung leidet und eine sanfte, gut steuerbare Ergänzung zur bestehenden Behandlung sucht, kann das Verfahren in einem ausführlichen Beratungsgespräch näher besprechen lassen. Entscheidend bleibt dabei eine engmaschige Verlaufsbeobachtung, damit die Behandlung jederzeit an die individuelle Belastbarkeit angepasst werden kann.



