Lungenfunktionstest beim Hausarzt

Anhaltender Husten, Atemnot beim Treppensteigen oder ein pfeifendes Geräusch beim Ausatmen sind Beschwerden, die viele Menschen zunächst auf eine Erkältung oder mangelnde Fitness schieben. Dahinter können sich jedoch Erkrankungen wie Asthma oder COPD verbergen. Ein Lungenfunktionstest liefert in wenigen Minuten objektive Messwerte und lässt sich in vielen Fällen direkt in der Hausarztpraxis durchführen.

Was ist ein Lungenfunktionstest?

Ein Lungenfunktionstest misst, wie viel Luft die Lunge aufnehmen kann und wie schnell diese Luft wieder ausgeatmet wird. Die in der Hausarztpraxis am häufigsten eingesetzte Methode ist die Spirometrie. Dabei atmet die Patientin oder der Patient über ein Mundstück in ein Messgerät, das Luftmengen und Atemflüsse aufzeichnet. Die Ergebnisse werden mit Sollwerten verglichen, die sich nach Alter, Geschlecht und Körpergröße richten. So kann erkannt werden, ob die Lungenfunktion im normalen Bereich liegt oder eingeschränkt ist.

Welche Werte werden gemessen?

Vor allem die forcierte Vitalkapazität und die Einsekundenkapazität. Die forcierte Vitalkapazität, kurz FVC, beschreibt die Luftmenge, die nach maximaler Einatmung so kräftig wie möglich ausgeatmet werden kann. Die Einsekundenkapazität, kurz FEV1, gibt an, wie viel Luft davon in der ersten Sekunde ausgeatmet wird. Aus beiden Werten ergibt sich der sogenannte Tiffeneau-Index, das Verhältnis von FEV1 zu FVC. Liegt dieser Wert unter etwa 70 Prozent, spricht das für eine Verengung der Atemwege, wie sie typisch für Asthma oder COPD ist.

Typische Anlässe für die Untersuchung

Ein Lungenfunktionstest kommt bei verschiedenen Beschwerden und Fragestellungen zum Einsatz:

  • Husten, der länger als acht Wochen anhält
  • Atemnot bei körperlicher Belastung oder in Ruhe
  • Pfeifende oder brummende Atemgeräusche
  • Langjähriges Rauchen, vor allem ab einem Alter von etwa 40 Jahren
  • Verlaufskontrolle bei bekanntem Asthma oder COPD
  • Berufliche Belastung durch Staub, Dämpfe oder Chemikalien

Schätzungen zufolge sind in Deutschland mehrere Millionen Menschen von COPD betroffen, viele davon ohne Diagnose.

Ablauf der Spirometrie in der Praxis

Die Untersuchung findet im Sitzen statt und dauert in der Regel zehn bis 15 Minuten. Eine Nasenklemme sorgt dafür, dass die Luft ausschließlich über den Mund geatmet wird. Zunächst wird einige Atemzüge lang ruhig in das Mundstück geatmet. Anschließend folgt die entscheidende Phase: tief und vollständig einatmen und danach so schnell und kräftig wie möglich ausatmen, bis die Lunge vollständig leer ist. Das medizinische Fachpersonal leitet dabei an und feuert oft lautstark an, denn die Werte sind nur aussagekräftig, wenn tatsächlich mit voller Kraft ausgeatmet wird.

Um verlässliche Ergebnisse zu erhalten, wird der Messvorgang mindestens dreimal wiederholt. Die Untersuchung ist schmerzfrei, kann aber kurzzeitig zu leichtem Schwindel oder Hustenreiz führen. Als Hausarzt in München liegt das Ergebnis direkt nach der Messung vor und kann im selben Termin besprochen werden.

Der Bronchospasmolysetest

Zeigt die erste Messung eine Verengung der Atemwege, wird häufig ein sogenannter Bronchospasmolysetest angeschlossen. Dabei inhaliert die Patientin oder der Patient ein Medikament, das die Bronchien erweitert, meist Salbutamol. Nach etwa 15 Minuten wird die Spirometrie wiederholt. Verbessern sich die Werte deutlich, spricht das eher für Asthma, da sich die Verengung hier weitgehend zurückbilden lässt. Bei einer COPD bleibt die Einengung dagegen auch nach der Inhalation zu großen Teilen bestehen.

Vorbereitung auf den Termin

Einige einfache Punkte helfen dabei, genaue Messwerte zu erhalten. Mindestens eine Stunde vor der Untersuchung sollte nicht geraucht werden, da Rauchen die Atemwege kurzfristig verengt. Eine schwere Mahlzeit direkt vor dem Test ist ungünstig, weil ein voller Magen die Atmung einschränken kann. Auch starke körperliche Anstrengung kurz vor dem Termin sollte vermieden werden. Bequeme Kleidung, die Brust und Bauch nicht einengt, erleichtert das tiefe Ein- und Ausatmen.

Wichtig ist außerdem die Frage nach Medikamenten. Inhalationssprays, die die Bronchien erweitern, beeinflussen das Ergebnis. Ob und wie lange sie vor der Messung pausiert werden sollen, wird vorab mit der Praxis abgesprochen, da dies vom jeweiligen Wirkstoff und der Fragestellung abhängt. Nach einem frischen Herzinfarkt, einer kürzlich durchgeführten Operation an Auge, Brustkorb oder Bauch sowie nach einem Lungenkollaps wird die Untersuchung in der Regel verschoben.

Was bedeuten auffällige Ergebnisse?

Sie zeigen eine eingeschränkte Lungenfunktion an, ersetzen aber noch keine endgültige Diagnose. Grundsätzlich unterscheidet man zwei Muster. Bei einer obstruktiven Störung sind die Atemwege verengt, wie bei Asthma oder COPD. Bei einer restriktiven Störung kann sich die Lunge nicht vollständig ausdehnen, was zum Beispiel bei Vernarbungen des Lungengewebes, Verformungen des Brustkorbs oder starkem Übergewicht vorkommt. Als Facharzt für Allgemeinmedizin in München wird das Ergebnis stets zusammen mit den Beschwerden, der Krankengeschichte und dem Untersuchungsbefund bewertet. Je nach Befund folgen weitere Schritte wie eine Röntgenaufnahme, eine Bodyplethysmographie oder eine Überweisung in eine lungenfachärztliche Praxis.

Wann ist ein Lungenfunktionstest sinnvoll?

Immer dann, wenn Atembeschwerden länger anhalten, wiederkehren oder sich schleichend verschlechtern. Auch für langjährige Raucher ist die Untersuchung empfehlenswert, selbst wenn bisher kaum Beschwerden bestehen. Ein Allgemeinarzt in München kann die Spirometrie unkompliziert durchführen und bei Bedarf in regelmäßigen Abständen wiederholen, um den Verlauf einer Erkrankung oder die Wirkung einer Behandlung zu überprüfen. Je früher eine Einschränkung der Lungenfunktion erkannt wird, desto besser lässt sich ihr Fortschreiten bremsen.