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Vitamin-D-Mangel richtig erkennen
Vitamin D zählt zu den Nährstoffen, bei denen in Deutschland besonders häufig eine Unterversorgung vorliegt. Vor allem in den Herbst- und Wintermonaten reicht die Sonne hierzulande nicht aus, damit der Körper genug davon selbst bilden kann. Ein Mangel verläuft oft lange unbemerkt, lässt sich aber mit einer einfachen Blutuntersuchung zuverlässig feststellen und gut behandeln.
Was ist ein Vitamin-D-Mangel?
Von einem Vitamin-D-Mangel spricht man, wenn der Wert von 25-Hydroxy-Vitamin-D im Blut unter 30 nmol/l (12 ng/ml) liegt. Werte zwischen 30 und 50 nmol/l gelten als unzureichende Versorgung, ab 50 nmol/l (20 ng/ml) ist der Körper laut Deutscher Gesellschaft für Ernährung ausreichend versorgt. Daten des Robert Koch-Instituts zeigen, dass rund 30 Prozent der Erwachsenen in Deutschland einen Mangel aufweisen und etwa 60 Prozent nicht optimal versorgt sind.
Anders als die meisten Vitamine nimmt der Mensch Vitamin D nur zu einem kleinen Teil über die Nahrung auf. Den Großteil bildet die Haut selbst, sobald sie UVB-Strahlung ausgesetzt ist. Zwischen Oktober und März steht die Sonne in Deutschland jedoch so tief, dass diese körpereigene Bildung kaum noch stattfindet.
Warum ist Vitamin D so wichtig?
Weil es eine zentrale Rolle im Knochenstoffwechsel spielt: Vitamin D sorgt dafür, dass der Darm Kalzium aus der Nahrung aufnehmen und in die Knochen einbauen kann. Fehlt es dauerhaft, werden die Knochen weicher und brüchiger. Darüber hinaus ist Vitamin D an der Muskelfunktion und an der Steuerung des Immunsystems beteiligt.
Typische Anzeichen eines Mangels
Ein leichter Mangel bleibt häufig völlig symptomlos. Bei ausgeprägter oder länger bestehender Unterversorgung können sich jedoch folgende Beschwerden zeigen:
- Knochenschmerzen, etwa im Rücken oder in den Beinen
- Muskelschwäche und Muskelschmerzen, bei älteren Menschen verbunden mit einem erhöhten Sturzrisiko
- Allgemeine Müdigkeit und verminderte Leistungsfähigkeit
- Bei Erwachsenen im schweren Fall eine Knochenerweichung (Osteomalazie), bei Kindern Rachitis
Da diese Symptome sehr unspezifisch sind, lässt sich ein Mangel allein anhand der Beschwerden nicht sicher erkennen. Müdigkeit oder Muskelschmerzen können ebenso viele andere Ursachen haben, etwa einen Eisenmangel oder eine Schilddrüsenunterfunktion.
Risikogruppen für einen Vitamin-D-Mangel
Bestimmte Menschen haben ein deutlich höheres Risiko für eine Unterversorgung. Ältere Menschen gehören dazu, weil ihre Haut mit zunehmendem Alter weniger Vitamin D bildet und sie sich oft seltener im Freien aufhalten. Auch Pflegebedürftige, Personen mit dunkler Hautfarbe und Menschen, die ihre Haut aus kulturellen oder religiösen Gründen weitgehend bedecken, sind häufiger betroffen. Hinzu kommen Menschen mit starkem Übergewicht, chronischen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn sowie Nieren- oder Lebererkrankungen. Bestimmte Medikamente, beispielsweise einige Mittel gegen Epilepsie, können den Vitamin-D-Stoffwechsel ebenfalls beeinträchtigen.
Diagnose über eine Blutuntersuchung
Sicherheit bringt nur die Bestimmung des 25-Hydroxy-Vitamin-D-Werts im Blut. Dieser Wert spiegelt die Versorgung der vergangenen Wochen wider und ist daher aussagekräftiger als eine Momentaufnahme. Als Hausarzt in München wird der Test vor allem dann empfohlen, wenn Risikofaktoren oder passende Beschwerden vorliegen. Die gesetzlichen Krankenkassen übernehmen die Kosten nur bei einem medizinischen Anlass, etwa bei Osteoporose oder einer chronischen Darmerkrankung. Ohne konkreten Verdacht ist die Untersuchung eine Selbstzahlerleistung.
Behandlung und Vorbeugung
Bei einem nachgewiesenen Mangel wird Vitamin D in Form von Tabletten oder Tropfen ergänzt. Die Dosis richtet sich nach dem gemessenen Wert, dem Körpergewicht und eventuellen Vorerkrankungen. Nach einigen Wochen bis Monaten kann eine Kontrollmessung zeigen, ob die Behandlung wirkt.
Zur Vorbeugung hilft in den Sommermonaten regelmäßiger Aufenthalt im Freien. Nach Empfehlung des Bundesamts für Strahlenschutz genügt es, Gesicht, Hände und Arme zwei- bis dreimal pro Woche unbedeckt der Sonne auszusetzen, und zwar etwa halb so lange, wie es bis zu einem Sonnenbrand dauern würde. Über die Ernährung lässt sich der Bedarf nur zum kleinen Teil decken. Gute Quellen sind fettreicher Seefisch wie Hering, Lachs und Makrele sowie Eier und einige Speisepilze.
Sollte man Vitamin D einfach selbst einnehmen?
Nur in moderater Dosierung, denn Vitamin D ist fettlöslich und reichert sich bei einer Überdosierung im Körper an. Das Bundesinstitut für Risikobewertung hält eine tägliche Zufuhr von bis zu 20 Mikrogramm (800 IE) aus Nahrungsergänzungsmitteln für unbedenklich. Höhere Dosen sollten nur nach Messung des Blutwerts und unter ärztlicher Begleitung eingenommen werden. Eine dauerhafte Überdosierung kann zu einem erhöhten Kalziumspiegel im Blut führen, mit Folgen wie Übelkeit, Herzrhythmusstörungen oder Nierensteinen. Vorsicht ist außerdem geboten, wenn bereits andere Präparate mit Vitamin D oder Kalzium eingenommen werden.
Wann ist ein Arztbesuch sinnvoll?
Immer dann, wenn Beschwerden wie anhaltende Knochen- oder Muskelschmerzen auftreten oder ein erhöhtes Risiko für einen Mangel besteht. Auch vor einer längerfristigen, höher dosierten Einnahme von Vitamin-D-Präparaten ist eine ärztliche Abklärung ratsam. Ein Allgemeinarzt in München kann den Blutwert bestimmen, die Ergebnisse im Zusammenhang mit der persönlichen Gesundheitssituation bewerten und eine passende Dosierung festlegen. So lässt sich ein Mangel gezielt ausgleichen, ohne dabei das Risiko einer Überversorgung einzugehen.



