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Haemo-Laser bei Durchblutungsstörungen
Durchblutungsstörungen sind häufiger als viele denken – und ihre Folgen reichen weit über kalte Füße oder kribbelnde Hände hinaus. Wenn Gewebe und Organe nicht ausreichend mit Blut versorgt werden, leidet die gesamte Zellfunktion. Schmerzen, Wundheilungsstörungen, Erschöpfung und im schlimmsten Fall der Verlust von Gliedmaßen können die Konsequenz sein. Die Haemo-Laser-Therapie – also die intravenöse Bestrahlung des Blutes mit Laserlicht – wird zunehmend als ergänzende Behandlungsoption eingesetzt. Was das Verfahren bewirkt und für wen es geeignet ist, erklärt dieser Text.
Was Durchblutungsstörungen im Körper anrichten
Blut ist Lebensgrundlage. Es transportiert Sauerstoff, Nährstoffe, Hormone und Immunzellen – und entsorgt gleichzeitig Stoffwechselabfallprodukte. Wenn dieser Transport gestört ist, merken es die betroffenen Gewebe schnell. Zellen, die zu wenig Sauerstoff erhalten, arbeiten ineffizienter, regenerieren langsamer und sind anfälliger für Schäden.
Durchblutungsstörungen können viele Ursachen haben. Arteriosklerose – die Verhärtung und Verengung der Arterien durch Ablagerungen – ist eine der häufigsten. Aber auch Diabetes, Bluthochdruck, Rauchen und chronische Entzündungen tragen zur Verschlechterung der Gefäßgesundheit bei. Das Ergebnis ist immer dasselbe: zu wenig Blut dort, wo es gebraucht wird.
Die periphere arterielle Verschlusskrankheit
Eine der bekanntesten Formen der Durchblutungsstörung ist die periphere arterielle Verschlusskrankheit – kurz PAVK. Sie betrifft vor allem die Arterien der Beine und führt in frühen Stadien zu Schmerzen beim Gehen, die in Ruhe wieder nachlassen. Im Volksmund heißt sie deshalb auch „Schaufensterkrankheit“ – Betroffene müssen immer wieder stehenbleiben, um den Schmerz abklingen zu lassen.
In fortgeschrittenen Stadien bestehen die Schmerzen auch in Ruhe. Wunden an den Beinen heilen kaum noch, das Gewebe stirbt ab. Im schlimmsten Fall droht die Amputation. Die Behandlung erfordert deshalb einen kombinierten Ansatz aus medikamentöser Therapie, Bewegung und ergänzenden Verfahren.
Wie der Haemo-Laser bei Durchblutungsstörungen wirkt
Die intravenöse Laserblutbestrahlung setzt direkt an einem der zentralen Probleme bei Durchblutungsstörungen an: der eingeschränkten Fließfähigkeit des Blutes und der gestörten Sauerstoffverwertung auf Zellebene.
Wenn Laserlicht in der richtigen Wellenlänge auf das Blut trifft, verändern sich die Eigenschaften der roten Blutkörperchen. Sie werden verformbarer – das bedeutet, sie können enge Kapillaren leichter passieren. Gleichzeitig verbessert sich ihre Fähigkeit, Sauerstoff aufzunehmen und ans Gewebe abzugeben.
Verbesserung der Mikrozirkulation
Ein besonders relevanter Effekt betrifft die Mikrozirkulation – also die Durchblutung der kleinsten Blutgefäße. Gerade in den Kapillaren, die direkt das Gewebe versorgen, machen sich Durchblutungsstörungen als Erstes bemerkbar. Die verbesserte Verformbarkeit der roten Blutkörperchen ermöglicht es ihnen, auch stark verengte Kapillaren noch zu passieren und Sauerstoff dorthin zu transportieren, wo er dringend gebraucht wird.
Dieser Effekt ist besonders wertvoll bei der PAVK, aber auch bei anderen Formen der peripheren Durchblutungsstörung – etwa im Bereich der Hände, der Nieren oder der Augen.
Reduktion von oxidativem Stress
Bei Durchblutungsstörungen – besonders wenn sie mit Diabetes oder Arteriosklerose verbunden sind – ist die Konzentration freier Radikale im Blut erhöht. Diese schädigen Gefäßwände, fördern Entzündungsprozesse und verschlechtern die Funktion der Blutzellen.
Laserlicht in der therapeutisch genutzten Wellenlänge aktiviert körpereigene antioxidative Schutzmechanismen im Blut. Der oxidative Stress sinkt, die Gefäßwände werden weniger belastet, und die Entzündungsaktivität im Gefäßsystem nimmt ab. Dieser Effekt entfaltet sich über eine Behandlungsreihe hinweg und bleibt nach deren Abschluss eine Weile bestehen.
Für wen die Haemo-Laser-Therapie geeignet ist
Das Verfahren eignet sich für Menschen mit verschiedenen Formen von Durchblutungsstörungen – sofern keine Kontraindikationen vorliegen. Besonders häufig wird es eingesetzt bei:
- Patienten mit PAVK in frühen bis mittleren Stadien, bei denen konservative Maßnahmen allein nicht ausreichen
- Menschen mit diabetisch bedingten Durchblutungsstörungen an den Extremitäten
- Patienten mit chronischen Wunden, die aufgrund schlechter Durchblutung nicht heilen
- Menschen mit Durchblutungsstörungen im Bereich der Hände, die unter Kälteempfindlichkeit oder Taubheitsgefühlen leiden
- Begleitend bei der Behandlung von Retinopathien – also Netzhautschäden durch Gefäßveränderungen bei Diabetes
Was das Verfahren nicht leisten kann
Haemo-Laser-Therapie kann keine fortgeschrittenen Gefäßverschlüsse öffnen. Wenn eine Arterie vollständig verschlossen ist, braucht es interventionelle oder chirurgische Maßnahmen. Das Verfahren ergänzt – es ersetzt keine Bypass-Operation oder Katheterbehandlung bei schwerer PAVK.
Auch ersetzt es keine Ursachentherapie. Wer raucht, muss aufhören. Wer einen schlecht eingestellten Diabetes hat, braucht eine optimierte Blutzuckerkontrolle. Haemo-Laser-Therapie wirkt am besten, wenn die Grundursachen gleichzeitig adressiert werden.
Wie die Behandlung abläuft
Ein dünner Einmal-Lichtleiter wird über eine Venenverweilkanüle in eine Unterarmvene eingeführt. Das Laserlicht wird direkt ins Blut geleitet – die Person liegt dabei entspannt, die Behandlung dauert zwanzig bis vierzig Minuten und ist vollkommen schmerzfrei. Für einen spürbaren Effekt werden in der Regel acht bis zehn Sitzungen empfohlen. Eine ärztliche Vorabklärung ist dabei immer der erste Schritt.
Ein sinnvoller Baustein in der Gefäßtherapie
Durchblutungsstörungen erfordern Geduld und ein durchdachtes Behandlungskonzept. Die Haemo-Laser-Therapie ist kein Allheilmittel – aber ein gut verträglicher, wissenschaftlich begründeter Ansatz, der auf biologischer Ebene ansetzt, wo andere Verfahren an ihre Grenzen stoßen. Für viele Betroffene kann das ein wichtiger Schritt in Richtung besserer Lebensqualität sein.



