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Hypoxieschwelle bestimmen lassen
Bevor ein Hypoxietraining beginnt, steht eine wichtige Frage im Raum: Wie reagiert dieser Körper – ganz individuell – auf reduzierten Sauerstoff? Die Antwort darauf liefert die sogenannte Hypoxieschwelle. Sie ist der Ausgangspunkt jeder personalisierten Trainingsplanung und entscheidet darüber, mit welcher Intensität das Training durchgeführt wird. Wer seine Hypoxieschwelle kennt, trainiert nicht ins Blaue – sondern gezielt, sicher und mit deutlich besseren Ergebnissen.
Was ist die Hypoxieschwelle?
Die Hypoxieschwelle beschreibt den Punkt, ab dem der Körper beginnt, messbar auf einen reduzierten Sauerstoffgehalt in der Atemluft zu reagieren. Sie ist keine feste Größe, die bei allen Menschen gleich ist – sie variiert je nach Alter, Gesundheitszustand, körperlicher Fitness und individueller Konstitution erheblich.
Ein trainierter Ausdauersportler etwa kann deutlich niedrigere Sauerstoffwerte tolerieren, bevor der Körper mit Anpassungsreaktionen antwortet. Bei Menschen mit Vorerkrankungen oder geringer körperlicher Aktivität liegt diese Schwelle oft höher – der Körper reagiert also bereits bei moderateren Sauerstoffreduktionen. Genau deshalb ist die individuelle Bestimmung der Hypoxieschwelle so wichtig: Sie verhindert sowohl eine Unterforderung als auch eine unnötige Belastung.
Wie wird die Hypoxieschwelle gemessen?
Die Messung ist unkompliziert, schmerzfrei und dauert nur wenige Minuten. Die Person legt sich entspannt auf eine Liege und atmet über eine Atemmaske schrittweise sauerstoffreduzierte Luft. Gleichzeitig wird die Sauerstoffsättigung im Blut kontinuierlich über einen Pulsoxymeter am Finger gemessen – ein kleines Gerät, das ohne Nadel oder Blutentnahme auskommt.
Während die Sauerstoffkonzentration in der Atemluft langsam gesenkt wird, beobachtet das Betreuungspersonal, ab welchem Punkt die Sauerstoffsättigung im Blut merklich abzufallen beginnt. Dieser Punkt ist die individuelle Hypoxieschwelle. Das MITOVIT® System nutzt diesen Wert, um das Training exakt auf die jeweilige Person abzustimmen.
Was sagt die Hypoxieschwelle über den Körper aus?
Die Hypoxieschwelle ist mehr als nur ein technischer Parameter für das Training. Sie liefert auch interessante Hinweise auf den allgemeinen Zustand des Körpers. Menschen mit einer gut funktionierenden Sauerstoffverwertung – etwa durch regelmäßige Bewegung oder ein gesundes Herz-Kreislauf-System – haben in der Regel eine niedrigere Hypoxieschwelle. Das bedeutet, ihr Körper kann mit weniger Sauerstoff länger auskommen, bevor er reagiert.
Umgekehrt kann eine ungewöhnlich hohe Hypoxieschwelle ein Hinweis darauf sein, dass die Sauerstoffverwertung eingeschränkt ist – zum Beispiel durch Bewegungsmangel, chronische Erschöpfung oder bestimmte Erkrankungen. In solchen Fällen beginnt das Training auf einem sanfteren Niveau und wird schrittweise gesteigert, sobald der Körper sich angepasst hat.
Warum ist die individuelle Bestimmung so wichtig?
Hypoxietraining wirkt über einen Reizmechanismus. Wie bei jedem Training gilt: Der Reiz muss stark genug sein, um eine Anpassungsreaktion auszulösen – aber nicht so stark, dass er den Körper überfordert. Genau diese Balance herzustellen, ist ohne Kenntnis der individuellen Hypoxieschwelle kaum möglich.
Ein Training, das auf Standardwerten basiert, ohne die persönliche Schwelle zu berücksichtigen, riskiert zweierlei: Entweder ist der Reiz zu gering und der Körper reagiert kaum, oder er ist zu hoch und erzeugt unnötigen Stress. Beides ist suboptimal – und beides lässt sich durch eine sorgfältige Eingangsdiagnostik zuverlässig vermeiden.
Veränderung der Hypoxieschwelle im Verlauf des Trainings
Ein interessanter Aspekt: Die Hypoxieschwelle ist nicht statisch. Sie verändert sich im Laufe eines regelmäßigen Hypoxietrainings. Mit zunehmender Anpassung des Körpers sinkt sie in der Regel – der Körper wird also effizienter im Umgang mit Sauerstoffmangel. Das ist ein direktes Zeichen dafür, dass das Training wirkt.
Aus diesem Grund empfiehlt es sich, die Hypoxieschwelle nicht nur einmalig zu Beginn zu bestimmen, sondern im Verlauf einer Trainingsreihe regelmäßig zu überprüfen. So kann die Intensität des Trainings kontinuierlich angepasst werden – immer orientiert am aktuellen Stand des Körpers.
Der Ablauf einer vollständigen Eingangsuntersuchung
Vor dem ersten Hypoxietraining umfasst die Eingangsuntersuchung in der Regel mehrere Schritte:
- Anamnesegespräch: Vorerkrankungen, aktuelle Beschwerden, Medikamente und Therapieziele werden besprochen. Dabei wird auch geklärt, ob das Hypoxietraining für die jeweilige Person geeignet ist.
- Ruhemessung der Sauerstoffsättigung: Der Ausgangswert der Sauerstoffsättigung wird im Ruhezustand gemessen. Er dient als Referenz für die spätere Auswertung.
- Stufenweise Hypoxieexposition: Die Sauerstoffkonzentration in der Atemluft wird schrittweise gesenkt, während die Sauerstoffsättigung kontinuierlich überwacht wird.
- Auswertung und Trainingsplanung: Aus den gewonnenen Daten wird die individuelle Hypoxieschwelle abgeleitet und das Training entsprechend geplant.
Der gesamte Prozess dauert in der Regel nicht länger als 20 bis 30 Minuten und ist vollkommen schmerzfrei.
Was passiert, wenn die Schwelle überschritten wird?
Eine kurzfristige Überschreitung der Hypoxieschwelle im kontrollierten Rahmen ist in der Regel harmlos und sogar gewünscht – schließlich soll der Körper einen Reiz erhalten. Problematisch wird es nur, wenn der Sauerstoffabfall zu stark oder zu lang anhaltend ist. Deshalb wird die Sauerstoffsättigung während jeder Sitzung kontinuierlich überwacht. Bei Bedarf wird die Sauerstoffzufuhr sofort angepasst.
Symptome wie starkes Kribbeln, ausgeprägte Kurzatmigkeit oder Schwindel sind ein Signal, das Training zu unterbrechen oder die Intensität zu reduzieren. Solche Reaktionen sind jedoch selten, wenn die Eingangsdiagnostik sorgfältig durchgeführt wurde.
Gut vorbereitet ist halb trainiert
Die Bestimmung der Hypoxieschwelle ist kein bürokratischer Zwischenschritt – sie ist die Grundlage für ein wirksames und sicheres Training. Wer sich die Zeit nimmt, diesen ersten Schritt gründlich durchzuführen, legt damit den Grundstein für ein Hypoxietraining, das wirklich zum eigenen Körper passt. Und das ist am Ende der entscheidende Unterschied zwischen einem Training, das etwas bewirkt, und einem, das schlicht verpufft.



